Arbeitsmarkt

Bayern trotzt dem Trend im Euroraum

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auf dem Rückzug – gegen den Trend im Euroraum. Für eine kräftige Frühjahrsbelebung war der Winter in diesem Jahr aber zu hartnäckig. Auch der Aufschwung in Bayern fiel verhalten aus.

Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt der Krise in der Eurozone. Während die Zahl der Arbeitslosen im gemeinsamen Währungsraum einen neuen Höchststand erreicht hat, gab es in Deutschland im April weniger Jobsuchende. Allerdings dämpfte der ungewöhnlich lange Winter den üblichen Frühjahrsaufschwung. Die Zahl der Erwerbslosen ging vergleichsweise wenig um 78 000 auf 3 020 000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg berichtete. Das sind 57 000 Jobsucher mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber März um 0,2 Punkte auf 7,1 Prozent.

BA-Chef Weise zeigte sich zuversichtlich, dass die Zahl der Jobsucher bald wieder unter die Marke von drei Millionen rutscht. Mit Blick auf Mai und Juni sagte er: „Wenn nichts Schreckliches passiert, sind wir dann unter den drei Millionen.“

Bayern war im April im bundesweiten Vergleich mit 3,9 Prozent das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote, gefolgt von Baden-Württemberg mit 4,2 Prozent. In Bayern wies der Regierungsbezirk Niederbayern mit 3,4 Prozent die niedrigste Quote auf – am höchsten war die Quote mit 4,9 Prozent in Mittelfranken. Insgesamt ging im Freistaat die Zahl der Arbeitslosen auf 268 291 zurück. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg weiter mitteilte, waren damit gut 21 500 oder 7,4 Prozent weniger Menschen ohne Job als noch im März.

Vor allem witterungsabhängige Branchen wie das Baugewerbe hätten wieder vermehrt eingestellt, erläuterte Behördenchef Ralf Holtzwart. Am stärksten profitiert hätten davon Männer und Jugendliche. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl in Bayern allerdings um 18 774 beziehungsweise 7,5 Prozent. Dazu sagte Holtzwart: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr ist vorwiegend konjunkturell bedingt. Jedoch erweist sich der bayerische Arbeitsmarkt unter den gegebenen Umständen bislang als stabil.“

In der Eurozone trieb die Rezession die Arbeitslosigkeit unterdessen auf einen neuen Höchststand. 19,2 Millionen Menschen waren im März in den 17 Ländern mit der Euro-Währung ohne Job, teilte das EU-Statistikamt Eurostat mit. Das entspricht einer Quote von 12,1 Prozent – ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und 1,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. „Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssen alle verfügbaren Instrumente mobilisieren, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum zurückzukehren“, forderte EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor.

Deutschland meldete mit 5,4 Prozent nach Österreich eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten. Am schwierigsten ist die Lage in Griechenland mit 27,2 Prozent (im Januar). Die Zahlen von Bundesagentur und Eurostat beruhen auf unterschiedlichen statistischen Verfahren. Besonders häufig sind junge Menschen ohne Beschäftigung: Fast jeder Vierte (24 Prozent) unter 25 Jahren ist in der Eurozone arbeitslos. Das entspricht knapp 3,6 Millionen.  

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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