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Bayern zahlt Zuschüsse für Lehrstellen

- München - Bayern will in dem Bemühen um mehr Lehrstellen einen anderen Weg gehen, als ihn die Bundesregierung mit der Ausbildungsplatzabgabe vorgibt. "Dabei setzen wir auf positive Anreize für mehr Ausbildungsplätze - nicht wie Rot-Grün auf Strafe und Zwang bei zu wenig Ausbildungsplätzen", sagte Christa Stewens, Bayerns Arbeitsministerin. Die Landesregierung werde eng mit den Kammern und Wirtschaftsverbänden zusammenarbeiten, um die derzeit noch fehlenden zirka 20 000 Lehrstellen zu schaffen. Momentan stehen 47 700 unvermittelten Bewerbern nur 28 120 unbesetzte Lehrstellen gegenüber.

"Wir werden für unvermittelte Bewerber Praktikumsplätze schaffen", versprach Claus Hipp, Präsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Mit der demographischen Entwicklung würden junge, gut ausgebildete Leute immer wichtiger. Auf den "bürokratischen Wahnsinn" will Stewens als Antwort möglichst viele Ausbildungsplätze in Bayern akquirieren. Dafür macht die Staatsregierung 15,16 Millionen Euro locker. <BR><BR>Als "Mobilitätshilfen" gibt es Zuschüsse bis 150 Euro für Lehrlinge, die pendeln oder für ihre Ausbildung umziehen. Betriebe in den benachteiligten ostbayerischen Grenzgebieten können für jede neue Lehrstelle einen Zuschuss von 5000 Euro erhalten. Betriebe, die zusätzliche Lehrstellen bereitstellen wollen, können sich bei ihrer zuständigen Kammer oder dem Arbeitsministerium informieren. Die Förderrichtlinien - wer was unter welchen Bedingungen bekommen kann - werden aber derzeit im Ministerium erst erarbeitet. Das Programm soll ab 1. Juni laufen. Dass 3200 Jugendliche aus Ostdeutschland eine Lehre in Bayern absolvieren, zeige, dass Mobilität vorhanden ist.<BR><BR>Für Oberbayerns Handwerks-Präsident Heinrich Traublinger ist die Ausbildungsplatzabgabe eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, um neue Stellen im öffentlichen Dienst zu schaffen. "Wir setzen auf Freiwilligkeit, damit jeder Ausbildungsfähige und Ausbildungswillige einen Platz bekommt", sagte er.<BR><BR>Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bayern, Fritz Schösser, bot Staatsregierung und Wirtschaft an, eine verbindliche Vereinbarung für die nächsten drei bis fünf Jahre zu schließen, um die momentanen Probleme für jugendliche Berufsstarter auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. Laut Ministerpräsident Edmund Stoiber werde die Ausbildungsplatzabgabe die deutsche Wirtschaft mit 3,23 Milliarden Euro belasten. "Das ist das Letzte, was Deutschland jetzt gebrauchen kann."<BR><BR>

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