Bayerngas rechnet mit stabileren Gaspreisen

München - Nach den massiven Gaspreiserhöhungen vieler Anbieter im vergangenen Winter rechnet der Gasversorger Bayerngas in nächster Zeit mit stabileren Preisen.

Derart massive Schwankungen wie im vergangenen Jahr infolge der Entwicklung des Ölpreises seien in naher Zukunft nicht zu erwarten, sagte Bayerngas-Geschäftsführer Marc Hall am Dienstag in München. "Wir gehen nicht davon aus, dass wieder so eine übertriebene Entwicklung stattfinden wird wie im vergangenen Jahr."

2008 war der Ölpreis innerhalb weniger Monate von fast 150 Dollar pro Barrel (159 Liter) auf weniger als 40 Dollar im Dezember abgestürzt. Da der Gaspreis dem Ölpreis aber erst mit einer Verzögerung von einem halben Jahr folgt, mussten zahllose Haushalte trotzdem im Winter massive Preiserhöhungen hinnehmen. "Die Gaspreise sind immer eine Marionette der Ölpreise", sagte Hall.

Der Bayerngas-Konzern, der unter anderem kommunale Versorger im Freistaat beliefert, steigerte seinen Umsatz durch die höheren Preise und einen leicht höheren Gasabsatz um rund 30 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro und knackte damit erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze. Der Überschuss des Konzerns sank hingegen vor allem durch höhere Ausgaben zum Ausbau der eigenen Gasproduktion um mehr als sieben Millionen Euro auf 19,8 Millionen Euro.

Bayerngas ist bereits seit 2006 im Norwegischen Fördergeschäft aktiv und strebt dort auch die eigene Gasproduktion an. Ziel sei es, bis zum Jahr 2015 rund 10 bis 15 Prozent selbst zu produzieren, sagte Hall. "Der Rest wird beschafft." In Zukunft will Bayerngas seine Rolle auf dem internationalen Gasmarkt weiter ausbauen. "Weiß-blau ist nicht mehr die alles dominierende Farbe", sagte Hall. Geplant ist unter anderem die Übernahme des Unternehmens Genesis Petroleum in London. Interesse habe Bayerngas zudem am Erwerb des Gasnetzes von RWE, sagte Hall.

Gesellschafter von Bayerngas sind unter anderem die Stadtwerke München, Augsburg, Landshut, Ingolstadt, Regensburg und Ulm/Neu-Ulm. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen 65,76 Milliarden Kilowattstunden an seine Kunden.

dpa

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