BayernLB: "Aktienpleite war Fehler Einzelner"

München - Der bei der BayernLB durch ein fehlgeschlagenes Wertpapier-Geschäft angefallene Millionen-Verlust wird das Jahresergebnis des halbstaatlichen Kreditinstituts voraussichtlich nicht beeinträchtigen.

Das erklärte der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser, der den Freistaat im Verwaltungsrat der ehemaligen Landesbank vertritt, am Dienstag im Landtag. Er verwies dabei auf "erhebliche Reserven" im Wertpapier-Portfolio der BayernLB, die den vor Wochen aufgelaufenen Fehlbetrag von 45 Millionen Euro ausgleichen würden.

Aktienhändler des Instituts hatten sich damals bei der Anlage in Anteilsscheine von Altana verkalkuliert. Die Titel brachen am 3. Mai zunächst ein und schwankten dann ungewöhnlich heftig, nachdem sich das Unternehmen wie vorher angekündigt von seiner Pharma-Sparte getrennt hatte. Die BayernLB hielt zu diesem Zeitpunkt sowohl Altana-Aktien als auch Optionsscheine, die eigentlich vor den Kursrisiken schützen sollten. Doch wegen "rechentechnischer Probleme" endete das Investment in einem finanziellen Desaster. Die zuständigen Händler befanden sich im Urlaub, als die Achterbahn-Fahrt der Altana-Werte begann.

"Ich beklage den hohen Fehlbetrag und den damit einhergehenden Rufschaden der Bank", sagte Faltlhauser. Der Minister führte den Vorfall auf das Fehlverhalten Einzelner zurück und nicht auf mangelhafte Organisationsstrukturen in der BayernLB. Es sei unvertretbar, dass die zuständigen Mitarbeiter im entscheidenden Moment nicht im Haus waren. Zudem kritisierte Faltlhauser, dass der Bank-Vorstand nicht wie vorgeschrieben von dem riskanten Geschäft informiert worden war.

Als Reaktion auf den "singulären Vorgang" (Faltlhauser) hatte der Verwaltungsrat am Freitag den zuständigen BayernLB-Vorstand Dieter Burgmer und drei weitere Mitarbeiter entlassen. Außerdem soll das bankinterne Regelwerk auf sinnvolle Verbesserungen und Anpassungen geprüft werden, so Faltlhauser. 

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