BayernLB angeblich an Bawag interessiert

- München/Wien - Der Verkauf der in Turbulenzen geratenen österreichischen Bank Bawag stößt in Deutschland offenbar auf reges Interesse. Vor allem die Bayerische Landesbank interessiere sich für das Institut, meldet das "Handelsblatt". Aber auch Großbanken hätten sich mit den Verkaufsunterlagen beschäftigt.

Durch den Kauf würde man beim viertgrößten Geldinstitut Österreichs einsteigen. Einige Interessenten aus Deutschland würden erwägen, ein Angebot abzugeben, wenn das Geschäft im Herbst in die heiße Phase geht, heißt es in dem Bericht. Neben der BayernLB könnten dazu die DZ Bank sowie die Deutsche Bank zählen. Auch Institute aus anderen europäischen Ländern - etwa Frankreich, Niederlande und Italien - könnten ins Rennen gehen. Als Preis würden 1,8 bis zwei Milliarden Euro genannt.

Die Sparkassen, die neben dem Freistaat Eigentümer der BayernLB sind, stünden hinter den Kaufplänen, heißt es. Sie sähen darin eine Möglichkeit, den österreichischen Banken, die teilweise in Bayern aktiv werden, in ihrem Heimatmarkt etwas entgegenzusetzen.

Offiziell kommentiert die BayernLB den Bericht nicht: "Wir haben uns angewöhnt, zu solchen Gerüchten nichts mehr zu sagen", erklärte ein Sprecher. Die BayernLB war bis 2004 mit 46 Prozent an der Bank beteiligt und wollte damals die Mehrheit übernehmen. Als dies scheiterte, trennte sich das halbstaatliche Institut ganz von der österreichischen Bank. Seitdem ist der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) deren Alleineigentümer.

Allerdings konnte die finanzschwache Gewerkschaft den Kauf-Preis nicht zahlen, weshalb ihr die BayernLB bis Ende 2006 einen Kredit über die gesamte Summe einräumte. Als Sicherheit diente das Bawag-Aktienpaket. Falls der Verkauf nicht bis Ende des Jahres gelänge und der ÖGB die ausstehenden 380 Millionen Euro bezahlen könne, dürfte die Landesbank automatisch Großaktionär bei der Bawag werden, schreibt das "Handelsblatt".

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