BayernLB: Deutsches Wachstum geht weiter

- München - Mit Deutschlands Wirtschaft wird es heuer weiter bergauf gehen - und mit den Börsenkursen ebenso. Das prognostiziert die Bayerische Landesbank. Zwar wirke sich die Wohnungsbaukrise in den USA auf die dortige Wirtschaft aus, eine Rezession drohe aus heutiger Sicht aber nicht. Für heuer erwartet die BayernLB ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent in den USA und von 1,6 Prozent in Deutschland.

"Solange die Weltwirtschaft wächst, werden wir daran voll teilhaben", erklärte Chefvolkswirt Jürgen Pfister.

Ein wichtiger Grund dafür sei die "dramatische Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie". Seit 2003 seien die Lohnstückkosten hier um zwölf Prozent gesunken. "Das ist ein spektakulärer Erfolg. Das hat kein anderes Land im Euro-Raum geschafft." Im Gegenteil: In Spanien und Italien etwa seien im selben Zeitraum die Kosten um rund zehn Prozent gestiegen - mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Exporte dieser Länder.

In vielen Branchen in Deutschland ist heuer mit deutlichen Lohnsteigerungen zu rechnen. Der Tarifabschluss in der chemischen Industrie mit insgesamt vier Prozent Lohnplus sei die "obere Grenze des Erträglichen", urteilte Pfister. "Wenn beim Metalltarif eine Vier vor dem Komma stünde, würde ich das für kein gutes Signal halten." Gerade viele mittelständische Unternehmen könnten einen solchen Schritt nicht mittragen.

Die BayernLB geht davon aus, dass die Unternehmen in Deutschland heuer insgesamt ihre Gewinne steigern können, aber "deutlich schwächer als in den Vorjahren", erwartet BayernLB-Analyst Manfred Bucher. Entsprechend dürften sich die Kurse auf dem deutschen Aktienmarkt leicht nach oben bewegen. Bis zum Jahresende rechnet die BayernLB mit einem Stand des Deutschen Aktienindex Dax von 7200 Punkten - ein Plus von knapp fünf Prozent vom heutigen Niveau aus. Bis dahin seien allerdings noch weitere Börsen-Schwankungen zu erwarten.

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