BayernLB zu HGAA vielleicht falsch informiert

München/Klagenfurt - Möglicherweise ist die BayernLB laut Medienberichten vor dem Kauf der Hypo Group Alpe Adria über deren maroden Zustand getäuscht worden. Die Ermittlungen laufen.

Die BayernLB ist nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ vor dem Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) möglicherweise getäuscht worden. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gehe dem Verdacht nach, der marode Zustand der Bank sei beim Verkauf 2007 bewusst verschleiert worden, hieß es in der Zeitung (Donnerstag). Ein Sprecher der Behörde wollte den Bericht nicht bestätigen.

Die österreichischen Ermittler arbeiten bei der Aufklärung des Debakels um die HGAA eng mit der Münchner Staatsanwaltschaft zusammen. Das Drama um die Hypo Alpe Adria kostete die bayerischen Steuerzahler bereits 3,7 Milliarden Euro. Im Dezember 2009 musste die BayernLB die marode Tochter notgedrungen an Österreich abtreten. An die Spitze der Bank wurde am Mittwochabend Gottwald Kranebitter gewählt. Er will die Bank innerhalb von drei Jahren wieder flottmachen.

In den kommenden Monaten werde das Restrukturierungsprogramm, das derzeit mit der EU verhandelt wird, fertig sein, zitierte die Nachrichtenagentur APA den Manager am Donnerstag. Der Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführer von KPMG-Österreich soll am 1. April sein Amt antreten und einen Dreijahresvertrag erhalten. Kranebitter folgt Franz Pinkl, der nach nicht einmal einem Jahr zum Rücktritt bewogen worden war und sein Amt am 31. März abgibt. Mit dem Desaster befassen sich auch Untersuchungsausschüsse in Bayern und Kärnten.

In Klagenfurt waren am Mittwoch erstmals Zeugen vor den Ausschuss geladen. Nach einem Bericht des Österreichischen Rundfunks (ORF) wiesen die beiden vernommenen Vorstände der Kärntner Landesholding Vorwürfe zurück, die BayernLB und die Staatsregierung könnte getäuscht worden sein. “Wir haben den Bayern nichts untergejubelt, sie hätten jederzeit aussteigen können“, sagte Holding-Vorstand Gert Xander dem Bericht zufolge vor dem Ausschuss. In Klagenfurt besteht der Verdacht, das Ex-Management der HGAA habe bei undurchsichtigen Kreditvergaben auf dem Balkan viele Millionen Euro veruntreut und so die Kärntner Bank geschädigt.

dpa

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