BayernLB kämpft um Privatkunden

Weiterer Ausbau geplant: - München - Gut gestärkt durch einen Milliardengewinn, will die Bayerische Landesbank ihr Geschäft mit Privatkunden deutlich ausbauen. Das Institut, das je zur Hälfte dem Freistaat und den bayerischen Sparkassen gehört, hat im vergangenen Jahr prächtig verdient.

Das operative Ergebnis lag mit 1,37 Miliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert. Und fast ein Drittel davon stammt aus dem - bis vor einigen Jahren bei vielen Banken verpönten - Geschäft mit privaten Kunden. Deshalb will Vorstandschef Werner Schmidt dieses Segment weiter stärken.

Zehn Prozent der Handelsbeziehungen Bayerns lägen in Mittel- und Osteuropa. Damit sei diese Region ein wichtigerer Partner als etwa die USA, betonte Schmidt. Nachdem die BayernLB mit ihrem Versuch scheiterte, die österreichische Bawag-Bank zu übernehmen, setzt das Institut nun insbesondere auf seine ungarische Tochter MKB als "Brückenkopf" für das Osteuropa-Geschäft, wie Schmidt sagte.

Ausgebaut werden könnte der Brückenkopf durch Firmenübernahmen. "Weitere Akquisitionen in Mittel- und Osteuropa prüfen wir, wenn sich betriebswirtschaftlich und strategisch sinnvolle Optionen eröffnen", kündigte Schmidt an. Doch auch in Deutschland hofft die BayernLB, mehr Privatkunden für sich gewinnen zu können.

Gerade über die Direktbanktochter DKB, die vor allem im Internet aktiv ist, erhofft sich die Landesbank zusätzliches Geschäft. Die DKB hat derzeit knapp 500000 Kunden. Bis 2010 sollen es zwei Millionen werden - und das überwiegend durch Mund-zu-Mund-Propaganda. "Die beste Werbung ist die der Kunden, die uns weiterempfehlen", sagte Schmidt.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat die BayernLB schon 360 Millionen Euro operativen Gewinn erzielt - damit liegt sie weit besser als im selben Zeitraum des Vorjahres. Doch Schmidt bleibt mit seiner Prognose bescheiden: Einen operativen Gewinn von "über einer Milliarde Euro" peilt er für das gesamte Jahr an. Das sei immerhin mehr als im Vorjahr, als er "rund eine Milliarde" in Aussicht gestellt hatte, und entspreche seiner "bescheidenen bayerisch-schwäbischen Art".

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