BayernLB kauft weiter in Osteuropa ein

- München - Nach Zukäufen in Ungarn und Bulgarien will die Bayerische Landesbank durch weitere Akquisitionen in Mittel- und Osteuropa wachsen. Es sei geplant, bis September die kürzlich eingefädelte Mehrheitsübernahme am rumänischen Geldhaus Romexterra Bank abzuschließen, wie BayernLB-Chef Werner Schmidt bei der Vorlage der Halbjahresbilanz in München sagte. Anfang 2007 sollen dann weitere Anteile erworben werden.

Schmidt kündigte zudem an, mittelfristig auch in "interessanten Wachstumsmärkte" wie Serbien, Tschechien oder die Ukraine einsteigen zu wollen.

Weiterhin nicht durchblicken ließ der Landesbank-Chef, ob er auch in Österreich aktiv werden will. Dort steht mit der Bawag gerade die viertgrößte Bank des Landes zum Verkauf, nachdem sich der bisherige Eigentümer, der Österreichische Gewerkschaftsbund ÖGB, finanziell übernommen hat. Der BayernLB wird Interesse nachgesagt, weil sie durch den Erwerb des Instituts die seltene Chance bekäme, auf einen Schlag eine starke Position im Privatkundenmarkt der angrenzenden Alpenrepublik einzunehmen. Darauf angesprochen sagte Schmidt jedoch nur: "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen."

Auch der Sparkassenverband und der Freistaat Bayern, denen die BayernLB jeweils zur Hälfte gehört, geben zu den Gerüchten um die Bawag keinen Kommentar ab. In Finanzkreisen gilt es allerdings nach wie vor als sehr wahrscheinlich, dass sich die Landesbank um das Institut bemühen wird. Zumal dadurch auch die bayerischen Sparkassen indirekt Gelegenheit bekämen, den österreichischen Instituten auf ihrem Heimatmarkt entgegenzutreten. Allerdings dürfte das Institut teuer kommen: Der Preis wird von Marktbeobachtern auf mindestens zwei Milliarden Euro geschätzt.

Doch die BayernLB hat sich nach den Turbulenzen vergangener Jahre - unter anderem wegen ihres Engagements beim untergegangenen Kirch-Imperium - längst wieder gesundgestoßen; den Erwerb könnte sie sich somit leisten. Im ersten Halbjahr des Jahres 2006 verdiente die Landesbank mit 234 Millionen Euro um zehn Prozent als im Vorjahreszeitraum. Alle Konzernbereiche schrieben dabei schwarze Zahlen. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Schmidt mit einem Überschuss von rund 500 Millionen Euro.

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