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BayernLB: Keine Entscheidung über Kapitalerhöhung bei HGAA

München - Die krisengeschüttelte BayernLB hat sich nach eigenen Angaben bisher nicht auf eine Kapitalerhöhung bei der österreichischen Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) festgelegt.

"Es gibt derzeit keine Entscheidung über eine Kapitalerhöhung bei der HGAA", sagte ein BayernLB-Sprecher am Donnerstag in München und reagierte damit auf einen Bericht des "Handelsblattes" (Donnerstag). Zuvor hatten auch die "Financial Times Deutschland" und die "Börsen- Zeitung" über eine mögliche Kapitalspritze für das österreichische Institut berichtet.

Im "Handelsblatt" hieß es unter Berufung auf Wiener Finanzkreise, die stark in Osteuropa engagierte HGAA brauche dringend frisches Kapital und könnte schon in wenigen Tagen unter den österreichischen Rettungsschirm schlüpfen. In den Finanzkreisen werde zudem spekuliert, dass die Bank zusätzlich eine Kapitalerhöhung ihrer Eigentümer benötige, hier müsste die BayernLB mitziehen. Die BayernLB hält 57 Prozent an der vor rund einem Jahr übernommenen Hypo Group Alpe Adria.

HGAA-Chef Tilo Berlin hatte kürzlich in einem Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA angedeutet, dass die Bank Staatshilfe zur Stärkung ihres Eigenkapitals in Anspruch nehmen dürfte. Die Kernkapitalquote der Bank solle bis Jahresende von 5,5 Prozent auf "neun bis zehn Prozent" angehoben werden, sagte Berlin. Auf die Frage, ob die Bank Staatsgeld beanspruchen werde, erklärte er: "Ich halte es für den Bankensektor fast schon für eine Pflicht, das für das jeweils eigene Haus ernsthaft zu prüfen." Es säßen alle in einem Boot, und es sei nicht der Zeitpunkt, "sich über seinen Nachbarn zu erheben".

Die BayernLB kämpft mit milliardenschweren Belastungen aus der Finanzkrise und hatte als erste Landesbank in Deutschland Zuflucht unter dem Rettungsschirm des Bundes gesucht. Deutschlands zweitgrößte Landesbank gehört je zur Hälfte dem Freistaat Bayern und den bayerischen Sparkassen und braucht 6,4 Milliarden Euro an Kapital. Bayern geht davon aus, dass der Bund davon 5,4 Milliarden Euro beisteuert, die restliche Milliarde soll von den Eigentümern kommen. "Es finden unverändert Gespräche statt", hieß es dazu in Finanzkreisen. Der Sonderfonds der Regierung (SoFFin) "wird sich die Zeit nehmen, die er braucht, um die Sache zu prüfen".

Die HGAA spielt in der Osteuropa-Strategie der BayernLB eine wichtige Rolle. Nach den Worten von BayernLB-Chef Michael Kemmer will die Landesbank an dem Institut, das derzeit mit Aufräumarbeiten im Kreditportfolio beschäftigt ist, unbedingt festhalten. "Ein Verkauf steht überhaupt nicht zur Debatte", sagte Kemmer vor kurzem mit Blick auf die Direktbank DKB und die HGAA in einem "Handelsblatt"- Interview.

dpa

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