BayernLB kommt doch zum Zug

Banken: - München - Nach der gescheiterten Übernahme der Gewerkschaftsbank Bawag kommt die BayernLB nun offenbar doch noch in Österreich zum Zug: Der Verkauf der Hypo Alpe Adria mit einer Bewertung von 3,25 Milliarden Euro an die Landesbank sei perfekt, hieß es gestern in Klagenfurt.

Die BayernLB selbst wollte die Nachrichten aus Österreich vorerst nicht kommentieren. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider hatte die Entscheidung zu Gunsten der Bayern am Nachmittag verkündet, wollte aber nicht angeben, wieviele Anteile das Land an der Regionalbank Hypo Alpe Adria abgeben werde. Nach einem Bericht des Wiener "Wirtschaftsblatts" hatte die BayernLB die Bank aus Kärnten in den vergangenen Wochen und Monaten sorgfältig geprüft.

Im Dezember 2006 war der Kauf der skandalgeschüttelten österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag an die BayernLB gescheitert. Damals war statt der Münchner die internationale Investorengruppe Cerberus zum Zug gekommen.

Kurz bevor Haider in Klagenfurt den Verkauf bestätigte, war noch eine Konkurrentin für die Bayern aufgetaucht: Die österreichische "Erste Bank" zeigte Interesse am Kauf der Hypo Alpe Adria. Es sei geplant, zusammen mit der Kärtner Sparkasse AG und der Steiermärkischen Bank und Sparkasse AG die Mehrheitsbeteiligung an der Bank zu erwerben. In Österreich war der Widerstand gegen einen schnellen Verkauf der Bank an die Bayern gewachsen. Möglicherweise hielt sich die BayernLB auch deshalb bedeckt.

Erst sollten offenbar alle formalen Schritte geklärt und die Zustimmung der Gremien unter Dach und Fach sein. In einer Erklärung der "Erste Bank" hieß es, man hoffe, dass die Eigentümer der Bank "einen transparenten, den Regeln der Europäischen Union entsprechenden Verkaufsprozess einleiten werden". Unter anderem hat der Chef der Kärntner Raiffeisen-Banken, Klaus Pekarek, eine öffentliche Ausschreibung gefordert. Das Land Kärnten ist nur zu 45 Prozent an der Bank beteiligt.

Der Kauf der Hypo Adria - die sechstgrößte Bank Österreichs - würde für die BayernLB vor allem den Zugang zu wachstumsstarken Ländern in Osteuropa wie Kroatien, Serbien und Slowenien bedeuten.

Dafür würde eine Milliarden-Übernahme in Österreich wohl die Ambitionen in Berlin beenden, mutmaßt die "Financial Times Deutschland". Dort befindet sich die BayernLB derzeit noch im Bieterrennen um die Landesbank Berlin, das deswegen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, weil hier erstmals eine Privatbank ein öffentlich-rechtliches Institut schlucken könnte.

Um das zu verhindern, war nicht nur die BayernLB, die je zur Hälfte den bayerischen Sparkassen und dem Freistaat gehört, sondern auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in den Ring gestiegen. Beide Übernahmen, die in Kärnten und - möglicherweise eine in Berlin - dürften für die BayernLB nicht zu stemmen sein, vermuten Branchenexperten. 

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