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Die Mitarbeiter der BayernLB müssen weiter um ihre Zusatzzahlungen bangen.l

Keine Entscheidung im Rechtsstreit

BayernLB-Mitarbeiter müssen weiter um Bonus kämpfen

Viele Mitarbeiter der BayernLB müssen weiter auf Bonus-Zahlungen warten: Heuer trifft das Landesarbeitsgericht im Rechtsstreit um Zusatzzahlungen keine Entscheidung mehr.

Mitarbeiter der BayernLB müssen sich in ihrem Kampf um Bonus-Zahlungen von der Landesbank weiter gedulden. Anders als von vielen Beschäftigten erhofft traf das Landesarbeitsgericht in München am Dienstag noch keine Entscheidung über die Klage eines Mitarbeiters, der rund 40 000 Euro für die Jahr 2010 und 2011 von der BayernLB fordert. Der Richter kündigte an, im Februar zunächst mit Hilfe eines Zeugen die vertraglichen Grundlagen für die Bonus-Zahlungen prüfen zu wollen.

Das Verfahren wird von zahlreichen Mitarbeitern der Landesbank mit Spannung verfolgt, da es Signalwirkung für rund 1400 weitere Beschäftigte haben könnte, denen die Bank in den vergangenen Jahren Zusatzzahlungen gekürzt hatte. Viele Mitarbeiter sehen darin einen Vertragsbruch und legten Klage ein. Mehrere von ihnen kamen am Dienstag ins Gericht, um das Verfahren persönlich zu verfolgen.

Mitarbeiter leisten Beitrag zur Sanierung

Die BayernLB berief sich bei den Boni-Kürzungen auf ihre schwierige Lage nach der Notrettung im Jahr 2008. Aus Sicht des Klägers, der auch im Personalrat der BayernLB sitzt, verletzt die Landesbank damit aber geltende Verträge. Die Mitarbeiter leisteten seit Jahren ihren Beitrag zur Sanierung der Landesbank und hätten einen Anspruch auf die Leistungen, die ihnen vertraglich zugesagt worden seien. „Von Gier kann man hier absolut nicht reden“, sagte er am Rande des Verfahrens. Er ist zuversichtlich, den Rechtsstreit zu gewinnen.

Für die BayernLB könnte der Bonus-Streit teuer werden. Im Schnitt geht es bei den Klagen um zwei Monatsgehälter jährlich, die sie ihren Mitarbeitern im Fall einer juristischen Niederlage für die Jahre von 2010 an zahlen müsste. Damit könnten sich mögliche Nachzahlungen zu einem zweistelligen Millionenbetrag summieren. Im Vergleich zum Rechtsstreit mit ihrer ehemaligen Tochter Hypo Alpe Adria ist dies allerdings nicht viel Geld: Dort geht es um 2,4 Milliarden Euro, auf die die Landesbank seit einem Zahlungsstopp aus Österreich vergeblich wartet.

dpa

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