BayernLB muss mehr abschreiben als bislang bekannt

München - Auch die Bayerische Landesbank wird von der internationalen Kreditkrise härter getroffen als bislang bekannt. Die BayernLB werde über die bislang bekannten 100 Millionen Euro hinaus weitere Papiere abschreiben müssen, sagte Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU) am Mittwochabend in München.

Der CSU-Chef widersprach jedoch Meldungen über drohende Verluste von bis zu 2 Milliarden Euro. Das im Besitz des Freistaats und der bayerischen Sparkassen befindliche Institut wird nach Hubers Angaben nicht in die roten Zahlen rutschen. Die Staatsregierung will die Bank weiter als unabhängiges Geldinstitut halten.

"Nach unserer Einschätzung wird sich bei der Bilanzaufstellung wohl ein weiterer Korrekturbedarf ergeben", sagte Huber. Zahlen nannte er nicht. "Nach Lage der Dinge können wir heute sagen, es wird ein positives Jahresergebnis geben." Weder die Liquidität noch die Dividendenausschüttung seien gefährdet. "Wir werden mit Sicherheit nicht in eine Situation wie die WestLB kommen", erläuterte Huber. Die Düsseldorfer Bank muss wegen hoher Verluste von ihren Eigentümern mit 2 Milliarden Euro gestützt werden.

Die Kreditkrise hat nach Hubers Angaben keine Auswirkungen auf die Frage, ob die BayernLB angesichts der Fusionswelle der deutschen Landesbanken weiter allein stehen oder sich mit einem Partner zusammenschließen soll. "Die Frage, welches Geschäftsmodell die Landesbank verfolgt, ist davon unabhängig", sagte der Minister. "Die Entwicklung der letzten Wochen hat uns eher in der Einschätzung bestätigt, dass es einer Klärung vieler Fragen bedarf." Der Vorstand der BayernLB werde im März sein Geschäftsmodell vorlegen.

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