BayernLB rechnet mit Inflationsschub

- München - Der Eurozone steht nach Einschätzung der Bayerischen Landesbank Anfang nächsten Jahres ein Inflationsschub bevor. Bis zu drei Prozent könnte der Preisauftrieb dann betragen. Doch Grund zur Beunruhigung sei das nicht, urteilt das Münchner Institut.Für heuer prognostiziert die BayernLB eine Inflationsrate von 2,2 Prozent. Das ist schon "zu viel", wie Chefvolkswirt Jürgen Pfister erklärte. Doch die Teuerung wird sich wohl Anfang nächsten Jahres noch verstärken - auf bis zu drei Prozent. Damit würde der höchste heuer erreichte Wert von 2,6 Prozent im September noch übertroffen. Allerdings warnt Pfister davor, dies überzubewerten.

Ein Grund für diesen Ausschlag ist der Vergleich mit den Werten von heuer, als die Inflation im Frühling gering ausfiel. Umso stärker werden sich zwischenzeitliche Preiserhöhungen im Jahresvergleich auswirken. Werden nicht alle Verbraucherpreise betrachtet, sondern nur die Kernrate - ohne Nahrungsmittel, Tabak, Alkohol und Energie - zeigt sich ein gemäßigtes Bild. Die BayernLB erwartet für diesen Zeitraum eine Veränderung der Kernrate um 1,5 Prozent. Zudem sei im Verlauf des kommenden Jahres mit einer "deutlichen Entspannung" bei der Preisentwicklung zu rechnen.

Die Lohnstückkosten sind im Euroraum kaum gestiegen. Der Aufschlag bewegt sich heuer um ein Prozent. Und daran wird sich auch 2006 wenig ändern, glauben die BayernLB-Experten. "Zweitrundeneffekte gibt es nicht und wird es auch nicht geben", erklärte Pfister. Gewerkschaften und Arbeitnehmer seien angesichts hoher Arbeitslosigkeit zu schwach, um größere Lohnerhöhungen durchzusetzen. Entsprechend würden die Kosten der Unternehmen kaum steigen und der Preisschub gering bleiben. Über das Jahr 2006 hinweg erwartet das Institut die Inflationsrate bei 2,1 Prozent - Tendenz fallend.

Deshalb glaubt Pfister auch an weiterhin moderate Zinsen im Euroraum. Nach der Zinserhöhung der vergangenen Woche rechne man lediglich mit einem weiteren Zinsschritt der Europäischen Zentralbank Anfang nächsten Jahres. "Insgesamt unterstützt die Geldpolitik im Euroraum damit weiterhin eine Erholung der Wirtschaft", urteilt die BayernLB. Allerdings wird auch die verhalten ausfallen. Das Bruttoinlandsprodukt soll 2006 im Euroraum um 1,9 Prozent, in Deutschland um 1,4 Prozent wachsen.

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