BayernLB rechnet mit weiteren Belastungen durch die Finanzkrise

München - Die Landesbank rechnet nach Milliardenbelastungen mit weiteren Korrekturen in diesem Jahr. "Man muss davon ausgehen, dass seit dem 1. Januar weitere Marktpreisveränderungen eingetreten sind", sagte ein Sprecher des Geldinstitutes. Die Höhe werde aber erst nach dem Ende des ersten Quartals feststehen.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sind im Januar und Februar weitere Wertkorrekturen von rund einer Milliarde Euro aufgelaufen. Vorläufige Zahlen zum ersten Quartal wird die BayernLB voraussichtlich bei der Bilanz- Pressekonferenz am 3. April vorstellen.

Für das vergangene Jahr hatte die Landesbank die Belastungen auf vorläufiger Basis mit rund 1,9 Milliarden Euro beziffert. Auch diese Zahl könnte aber noch höher ausfallen. Voraussichtlich erreiche die Summe rund 2,3 Milliarden Euro, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die Grünen in Bayern erneuerten angesichts dieser Zahlen ihre Kritik an Finanzminister Erwin Huber (CSU). "In Finanzkreisen wird mittlerweile mit Belastungen von bis zu drei Milliarden Euro gerechnet und damit ist das Ende der Fahnenstange möglicherweise immer noch nicht erreicht", sagte der haushaltspolitische Sprecher Thomas Mütze.

Kurz bevor die Milliardenbelastungen der BayernLB im Februar bekannt geworden waren, hatte Huber erklärt, es gebe noch keine belastbaren Zahlen. Seither wirft ihm die Opposition eine Vertuschungsstrategie vor und fordert seinen Rücktritt. Anfang April sollen die Vorgänge durch einen Untersuchungsausschuss im Landtag aufgeklärt werden. SPD und Grüne wollen vor allem wissen, ob und was Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) über die drohenden Verluste wussten.

Im Zuge der Krise musste bereits Werner Schmidt als BayernLB-Chef zurücktreten. Sein Nachfolger Michael Kemmer stimmte die Mitarbeiter bei seinem Amtsantritt Anfang des Monats auf schwierige Zeiten ein. "Es muss und wird Veränderungen geben", schrieb er an seinem ersten Arbeitstag in einem Brief an die weltweit rund 17 000 Mitarbeiter.

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