BayernLB: Reformen reichen nicht für Wende zum Besseren

- München - Während die "Fünf Weisen" in Berlin eine eher pessimistische Prognose für Deutschlands Wirtschaft trafen, senkte auch die Bayerische Landesbank in München ihre Konjunkturerwartungen. Die Daten und Ereignisse "deuten darauf hin, dass ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent im kommenden Jahr nicht mehr haltbar ist", sagte Chefvolkswirt Jürgen Pfister. Die Inlandsnachfrage könne die ohnehin bescheidenen Erwartungen nicht erfüllen.

<P>Deshalb appellierte Pfister für staatliche Reformen, teilweise längere Arbeitszeiten und mehr Einfallsreichtum der Manager. "Auf den Feldern Steuern, Arbeitsmarkt, Alterssicherung und Gesundheitssystem sind erhebliche Fortschritte erreicht worden", bilanzierte Pfister die Reformbemühungen in Deutschland. </P><P>"In der Summe sind die Maßnahmen geeignet, die Verlangsamung des Wachstums zu stoppen." Für eine Wende zum Besseren reiche dies aber nicht aus. Deshalb sprach sich Pfister für Abgabensenkungen - auch auf Kosten höherer Staatsverschuldung - aus. Zudem müsste das Tarifvertrags-Wesen flexibler werden. Die Verlängerung der Wochenarbeitszeit sei kein Allheilmittel, aber für viele Unternehmen "ein eleganter Weg, die Stundenlöhne zu senken und damit mehr Stellen rentabel zu machen". </P><P>Zudem sei die Reaktion auf Umsatzeinbrüche bei den Unternehmen einfallslos. Aufgrund sinkender Erlöse nur die Kosten zu senken, sei ein "Wettlauf, den wir nicht gewinnen können". Stattdessen müssten die Unternehmen innovativer sein und versuchen, durch intelligentere Organisation oder bessere Produkte im Wettbewerb zu bestehen. Während sich der Aktienmarkt derzeit freundlich zeigt, bleiben die Zinsen festverzinslicher Papiere schwach. </P><P>Derzeit liegen sie bei zehnjähriger Laufzeit um 3,75 Prozent und damit eher auf Rezessions-Niveau, wie Pfister urteilte. Er rechnet in den kommenden Monaten mit einer Auflösung der widersprüchlichen Entwicklung von Zinsen und Börsenkursen. Wahrscheinlicher sei, dass die Zinsen anziehen, als dass die Börsen stärker nachgeben würden.</P>

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