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Johannes-Jörg Riegler, Vorstandschef der Bayerischen Landesbank.

Über eine halbe Milliarde Verlust

BayernLB rutscht tief in die roten Zahlen

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München - Die Bayerische Landesbank hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 561 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Talfahrt könnte noch weiter gehen.

Der verlustreiche Verkauf der ungarischen Tochterbank MKB hat sich nun auch in der Bilanz der Bayerischen Landesbank niedergeschlagen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres machte die BayernLB unter dem Strich rund 561 Millionen Euro Verlust und rutschte damit tief in die roten Zahlen.

Im Vorjahr hatte die Bank im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von mehr als 600 Millionen Euro verbucht. Allein die MKB schlug mit einem Verlust von knapp 1,1 Milliarden Euro zu Buche.

Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler verwies darauf, dass mit dem Verkauf der MKB und des ABS-Wertpapierportfolios nun zwei große Belastungen aus den vergangenen Jahren beseitigt seien. „Für uns ist das Geschäftsjahr 2014 ein Jahr des Übergangs“, sagte Riegler laut Mitteilung. „Wir sind stark genug, um die abgebauten Altlasten zu verarbeiten.“

Man sei auf dem Weg zu einer rein auf das Kundengeschäft ausgerichteten Bank „sehr gut vorangekommen“. Er verwies darauf, dass sich das Kerngeschäft der Bank gut entwickle. Tatsächlich konnte die BayernLB sowohl beim Zinsüberschuss als auch beim Provisionsüberschuss leicht zulegen, die Verwaltungskosten sanken.

Doch auch ohne den MKB-Effekt lag das Vorsteuerergebnis der BayernLB für die ersten neun Monate deutlich unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damals hatte der lukrative Verkauf der Immobilientochter GBW ungewöhnlich viel Geld in die Kassen gespült. Da diese Gewinne nicht mehr zu wiederholen waren, sank das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche – also ohne die MKB – um 33,5 Prozent auf nun noch 509 Millionen Euro.

Es drohen weitere große Verluste

Die Landesbank erwartet als Folge des MKB-Verkaufs auch für das gesamte Geschäftsjahr rote Zahlen. Dadurch kann auch der Freistaat wie bereits im vergangenen Jahr nicht mit Zinsen auf seine Stillen Einlagen in Höhe von drei Milliarden Euro rechnen.

Noch nicht enthalten in den Zahlen sind mögliche Auswirkungen des Streits mit der ehemaligen österreichischen Tochterbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA). Die Österreicher weigern sich, Kredite in Höhe von 2,3 Milliarden Euro zurückzuzahlen. Unter anderem wurde ein Schuldenschnitt per Gesetz beschlossen, durch den sich die Landesbank mit 800 Millionen Euro an den Kosten der Abwicklung der HGAA beteiligen muss. Die restlichen 1,5 Milliarden Euro würden bis 2019 gestundet.

Die BayernLB hat gegen dieses Sondergesetz Klagen vor dem österreichischen Verfassungsgerichtshof und dem Münchner Landgericht eingereicht.

Bislang musste die BayernLB den Streit in der Bilanz noch nicht berücksichtigen, weil die juristischen Aussichten auch nach Meinung der Wirtschaftsprüfer gut sind. Sollte die Landesbank allerdings einen der Prozesse in erster Instanz verlieren, drohen auch hier noch einmal große Verluste wirksam zu werden.

Philipp Vetter

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