BayernLB sieht sich gestärkt für große Taten

- München - Nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr sieht sich die Bayerische Landesbank gestärkt für große Taten. BayernLB-Vorstandschef Werner Schmidt hat über Übernahmen anderer Institute spekuliert. Und er will den Wettbewerb - auch mit anderen Landesbanken - im In- und Ausland offensiv angehen.

"Die BayernLB muss noch stärker in eventuelle Veränderungen in der Finanzwelt hineingehen", sagte Schmidt. "Bei Fusionen ist es in der Regel so, dass der eine gefressen wird und der andere frisst. Die BayernLB frisst lieber." Dies sei allerdings eine mögliche Vision für die kommenden Jahre, konkret seien derzeit keine Übernahmen geplant.

Das Institut, das jeweils zur Hälfte den bayerischen Sparkassen und dem Freistaat gehört, sieht eine wachsende Konkurrenz auch zwischen den Landesbanken in Deutschland. Es gebe die Tendenz dazu, dass Landesbanken in fremden Revieren wilderten, erklärte Schmidt. Das Münchner Institut ist selbst deutschlandweit auf Kundenjagd für seine Tochter DKB. Die in Ostdeutschland beheimatete Bank zielt insbesondere auf Internetkunden. Lieber sollten Menschen, die ihre Bankgeschäfte über das Internet abwickeln wollen, mit der DKB innerhalb der Sparkassen-Gruppe gehalten werden, als an Direktbanken verloren zu gehen, argumentierte Schmidt. Die Kritik anderer Landesbanken an diesem Vorgehen nannte er ein "gezinktes Spiel". Landesbanken würden künftig "noch stärker überregional agieren". Das gilt auch außerhalb Deutschlands. Schmidt will das Osteuropa-Geschäft forcieren. Die Sparkassen-Finanzgruppe habe es bislang "strategisch versäumt, sich dort zu positionieren".

Im ersten Halbjahr erreichte das Institut mit 596 Millionen Euro das beste operative Halbjahresergebnis seiner Geschichte. Der Anstieg von fast 50 Prozent ist auf eine deutliche Reduzierung der Risikovorsorge zurückzuführen. Der Jahresüberschuss lag bei 334 Millionen Euro nach anteilig 49 Millionen Euro im Vorjahr. Für das gesamte Jahr erwartet das Institut ein operatives Ergebnis von mindestens einer Milliarde Euro und einen Jahresüberschuss von über 500 Millionen Euro.

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