BayernLB: Vorstand stimmt Mitarbeiter auf Umbruch ein

München - Der Vorstand der Bayerischen Landesbank hat die Belegschaft auf bevorstehende Umwälzungen innerhalb des Finanzkonzerns eingestimmt. Bei einer Mitarbeiterversammlung in München deutete BayernLB-Chef Michael Kemmer eine Fusion mit einer anderen Bank im kommenden Jahr an und schloss einen Jobabbau sowie ein Stühlerücken auf der Eigentümerseite nicht aus.

"Diese Bank braucht Veränderung", sagte der Vorstandschef nach Informationen dieser Zeitung während des Treffens. Die Landesbank ist von der US-Immobilienkrise stark getroffen und richtet sich derzeit neu aus.

Kemmer erklärte, dass es "gute Gründe" gebe, über eine Konsolidierung am hart umkämpften deutschen Bankenmarkt zu sprechen. So ließen sich durch ein Zusammengehen von Instituten etwa Kosten im Wertpapierhandel oder dem Zahlungsverkehr einsparen. Allerdings schloss er aus, dass die BayernLB noch im laufenden Jahr mit einer anderen Bank fusioniert. "Erst müssen wir unsere Hausaufgaben machen", sagte der Bankmanager. Zu denen gehört der Risikoschirm, den Sparkassen und Freistaat als Eigentümer voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte aufspannen werden, um die Bank vor Wertkorrekturen zu schützen.

Keineswegs gewiss ist nach Kemmers Worten eine Vereinigung mit der größten deutschen Landesbank, der LBBW in Baden-Württemberg, die vom Sparkassenlager unterstützt wird. "Wir fahren nicht auf der sechsspurigen Autobahn nach Stuttgart", sagte der BayernLB-Chef. Es gebe auch andere Optionen, die er aber nicht nannte. Dafür stellte Kemmer vor rund 2000 Mitarbeitern klar, dass deren Bank bei einer Fusion grundsätzlich selbstbewusst mitbestimmen will: "Unsere Landesbanker sind mindestens so gut wie die der LBBW", sagte er.

Der BayernLB-Chef ließ durchblicken, dass der Freistaat Bayern im Fall einer Landesbanken-Hochzeit nicht um jeden Preis an seinen Anteilen festhalten werde. "Der Freistaat wird sich einer vernünftigen Lösung für die Bank nicht entziehen. Auch dann nicht, wenn er Anteile abgeben muss", sagte Kemmer. Die staatliche Seite werde sich aber nicht davonstehlen, sondern bei einem Rückzug die Interessen der Bank und des Freistaats wahren. Gesetzlich ist festgelegt, dass Sparkassen und Freistaat nicht mehr als 24,9 Prozent ihres 50-Prozent-Anteils an der BayernLB veräußern können. Der andere Gesellschafter besitzt ein Vorkaufsrecht.

Der Vorstand der Landesbank verteidigte bei der Versammlung am Montagnachmittag zudem den angekündigten Sparkurs. Die Bank müsse effizienter werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Geplant ist deswegen, bis zum Jahr 2010 den Verwaltungsaufwand um 150 Millionen Euro zu reduzieren. Das soll vor allem durch straffere interne Abläufe erreicht werden. Nach den Worten Kemmers sind aber auch weitere Stellenstreichungen nicht auszuschließen, da sich das Sparziel nicht allein mit dem Wegfall von Sachkosten erreichen lässt. In der Sparte Financial Markets läuft bereits der Abbau von 80 Arbeitsplätzen.

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