Was Bayerns Arbeitgeber zahlen

München - Bis Weihnachten sind es zwar noch mehr als zwei Monate. Doch schon im November ist für die ersten Arbeitnehmer Bescherung angesagt. Dann bekommen sie das Weihnachtsgeld überwiesen. Bei der Höhe gibt es aber eine große Bandbreite.

Bei immer mehr Firmen sind Teile des 13. Gehalts vom Unternehmenserfolg oder der persönlichen Leistung des Mitarbeiters abhängig. BMW, die HypoVereinsbank oder O2 haben entsprechende Regelungen getroffen. Gehen die Geschäfte gut, gibt's entsprechend mehr Geld. Im Laufe des Jahres haben beispielsweise die BMW-Werker und die Allianz-Leute Erfolgsbeteiligungen in Rekordhöhe erhalten. Hier ein Überblick, wie die Regelungen bei einigen von Münchens und Oberbayerns größten Arbeitgebern aussehen.

Allianz

Im November erhalten die Mitarbeiter laut Allianz-Sprecher Reiner Wolf tarifgemäß eine Sonderzahlung in Höhe von 80 Prozent eines Bruttomonatsgehalts. Bereits im Mai zahlte der Versicherer zusätzlich zum Urlaubsgeld (ein halbes Monatssalär) eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von 0,96 Gehältern. "Das ist eine der höchsten, die wir je hatten", so Wolf.

BMW

Die Mitarbeiter des Autobauers bekommen im November eine Sonderzahlung, die sich aus einem tarifvertraglichen und einem freiwilligen Teil zusammensetzt. Der Tarif-Anteil kann bis zu 55 Prozent eines Monatslohns betragen, der freiwillige bis zu 65 Prozent. Je länger man bei BMW angestellt ist, desto mehr gibt es. Wer länger als sechs Jahre dabei ist, kann sich über 120 Prozent eines Gehaltes freuen. Im Juli zahlte BMW laut Sprecherin Melinda Iacobeni-Kellermann zusätzlich zum Urlaubsgeld die höchste Erfolgsbeteiligung der Firmengeschichte: Je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit bis zu 156,3 Prozent eines Monatsgehalts.

Deutsche Bahn

Wie im Vorjahr erhalten Angestellte ein volles 13. Monatsgehalt, Beamte 30 Prozent davon, wie Bahnsprecher Franz Lindemair erläutert.

Deutsche Post

Die Angestellten der Post erhalten laut Sprecher Gert Hilger wie gewohnt Anfang November ein volles 13. Monatsgehalt - so wie es der Tarifvertrag vorsieht. Die Beamten bekommen zum 1. Dezember 45 Prozent eines Bruttomonatssalärs.

Freistaat Bayern

Angestellte des Freistaats bekommen zwischen 35 und 95 Prozent eines Monatsgehalts. Die Höhe ist abhängig von der Eingruppierung. "Je mehr man verdient, desto geringer ist das Weihnachtsgeld", erläutert Judith Steiner, Sprecherin des Finanzministeriums. Beamte erhalten 65 bis 70 Prozent eines Gehalts.

HypoVereinsbank

Die Mitarbeiter der Hypovereinsbank (HVB) bekommen laut HVB-Sprecher Ralf Horak statt eines Weihnachtsgeldes im Frühjahr eine Sonderzahlung. Sie setzt sich aus einem vollen Gehalt und einem Bonus zusammen, der von der persönlichen Leistung abhängt. Er kann im Idealfall zwei Monatsgehälter übersteigen.

Karstadt

"Für unsere Mitarbeiter gilt seit drei Jahren ein Sanierungstarifvertrag", sagt Michael Scheibe, Sprecher des Warenhauskonzerns. Demnach bekommen sie im November 53 Prozent eines Monatslohns aufs Konto überwiesen. Außerdem erhalten sie einen Warengutschein über 500 Euro.

Der Telekommunikationskonzern zahlt seinen Mitarbeitern nach Auskunft von Unternehmens-Sprecher Albert Fetsch einen Bonus, der im Frühjahr und im Herbst ausgeschüttet wird. Dessen Höhe hängt vom Unternehmenserfolg und der persönlichen Leistung des Mitarbeiters ab. Zur Höhe der Erfolgsbeteiligung machte O2 keine Angaben.

Roche Diagnostics

Das Penzberger Biotech-Unternehmen zahlt seinen Tarifangestellten nach Angaben einer Unternehmenssprecherin im November fast ein Monatsgehalt. Der Tarifvertrag für die Chemie-Branche sieht seit Jahren unverändert ein Weihnachtsgeld in Höhe von 95 Prozent eines Brutto-Monatsgehaltes vor.

Siemens

Siemens zahlt wie Infineon nach IG-Metall-Tarif. Das 13. Monatseinkommen hängt unverändert von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab und beträgt zwischen 25 und 55 Prozent eines Monatsgehalts. Den Höchstbetrag gibt es nach drei Jahren.

Stadtwerke München

Die bei den Stadtwerken (SWM) Beschäftigten erhalten laut SWM-Sprecherin Bettina Hess auch heuer im November wieder ein volles 13. Gehalt. Dieses ist seit diesem Jahr erstmals tarifvertraglich zugesichert.

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