Bayerns Arbeitsmarkt ohne Impulse

- Nürnberg - Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt in Bayern hat sich deutlich abgeschwächt. Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat ging zwar im Juni um 17 600 auf 475 900 zurück. Der Abstand zum Vorjahr blieb jedoch mit einem Plus von 64 000 nahezu unverändert, berichtete die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent.

Vor einem Jahr hatte sie noch bei 6,4 Prozent gelegen. "Über den jahreszeitlich bedingten Rückgang der Arbeitslosigkeit hinaus zeigen sich wenig Impulse", betonte Franz Prast von der Geschäftsführung der Regionaldirektion. "Die konjunkturellen und strukturellen Rahmenbedingungen bleiben schwierig." Das wird laut Prast auch an der Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlich. Wie schon im März habe sich der am Jahresanfang zu verzeichnende Beschäftigungsanstieg auch im April nicht fortgesetzt - neuere Zahlen liegen nicht vor. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe sei der Arbeitsplatzabbau weitergegangen.Dagegen lag die Zahl der im Juni gemeldeten offenen Stellen mit 30 200 um 18,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bestand an freien Stellen lag mit 63 200 sogar um 33,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Davon entfallen lediglich 6700 auf Arbeitsgelegenheiten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Die Zahl der neu gemeldeten "Ein-Euro-Jobs" ging im Juni sogar um 600 auf 3200 zurück.Nach wie vor herrscht auf dem Arbeitsmarkt in Bayern sehr große Bewegung. Seit Jahresbeginn haben sich knapp 524 500 Menschen arbeitslos gemeldet. Dem stehen nach Angaben der Regionaldirektion 522 300 Abmeldungen gegenüber. Die höchste Arbeitslosenquote in Bayern wiesen im Juni Hof mit 11,2 Prozent und Coburg mit 10,7 Prozent auf. In Freising lag die Quote dagegen lediglich bei 4,0 Prozent. Vor den Sommerferien hat die Zahl der Arbeitslosen im Juni auch für Gesamtdeutschland abgenommen. Der Rückgang um 102 500 auf 4 704 000 fiel stärker aus als in den Vorjahren. BA-Chef Frank-Jürgen Weise führte dies vor allem auf die jahreszeitlich übliche Belebung am Arbeitsmarkt zurück. Konjunkturelle Impulse spielten dagegen kaum eine Rolle. Bundesweit ist die Arbeitslosenquote im Juni um 0,3 Punkte auf 11,3 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,2 Prozent gelegen. Die Zahl der Erwerbstätigen lag laut BA im Mai mit 38,98 Millionen um 136 000 über dem Vorjahreswert. Dies sei jedoch vor allem auf die mittlerweile mehr als 200 000 Arbeitsgelegenheiten ("Ein-Euro-Jobs") zurückzuführen. Besorgt äußerte sich Weise dagegen über die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Ihre Zahl lag im April mit 26,15 Millionen um 333 000 unter dem Vorjahreswert.

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