Bayerns Bäcker lassen Talsohle hinter sich

- München - "Die Talsohle ist durchschritten", meint Heinrich Traublinger, Landesinnungsmeister des bayerischen Bäckerhandwerks. Nach mindestens drei sehr schlechten Jahren hätten die knapp 3500 bayerischen Betriebe im Jahr 2004 einen Umsatz von 2,24 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit 2,5 Prozent mehr umgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal 2005 verzeichnet das Bäckerhandwerk ein Umsatzplus von 0,7 Prozent. "Wir wünschen uns, dass wir die Steigerungsrate vom Vorjahr wieder erreichen", so Traublinger im Ausblick.

<P>Allerdings mussten im Jahr 2004 73 Bäckereien in Bayern schließen, die Beschäftigtenzahl ging von 49 000 Anfang 2004 auf 47 200 im Januar 2005 zurück. Was Traublinger aber optimistisch stimmt, ist die Tatsache, dass die Beschäftigtenzahl seit einem halben Jahr wieder eine Aufwärtstendenz zeigt und dass der Beruf anscheinend auch für junge Leute wieder attraktiver wird. Im Jahr 2005 verdienen fast 400 Lehrlinge mehr im Bäckerhandwerk ihr Geld als 2004, insgesamt 7268 Jugendliche.<BR><BR>Sorgen bereiten den Bäckern - und dabei vor allem den kleinen Betrieben - die Verlagerung von Einkaufszentren in die Peripherie und die Konkurrenz durch Discounter. "Im Wettbewerb mit Billiganbietern kann das Bäckerhandwerk nur durch Qualität, Vielfalt und Service überzeugen", sagt Traublinger. Das handwerkliche Profil der Bäcker müsse gestärkt werden. "Der Meistertitel gehört zum Selbstverständnis des Handwerksbäckers", betont Traublinger. Deshalb beteiligt sich das bayerische Bäckerhandwerk an der übergreifenden Handwerkskampagne "Ohne Meister: Scheibenkleister!" Diese Aktion betont, wie wichtig der Meistertitel in den Handwerksbranchen ist.<BR><BR>Kritisch beobachtet der Innungsmeister und Landtagsabgeordnete Traublinger (CSU) die politischen Forderungen. Ein deutliches Nein äußert er zur angedachten Streichung der Steuerfreiheit auf Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. Denn gerade das Bäckerhandwerk lebe von Nachtarbeit und "dem Erschwernisausgleich" für diese Arbeitszeiten. </P><P><BR> </P>

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