Bayerns Bauwirtschaft tief in der Krise

- München - Die bayerische Bauwirtschaft ist tiefer in die Krise gerutscht und macht sich kaum Hoffnungen auf eine Geschäftsbelebung in diesem Jahr. Neben einer mangelnden Investitionsbereitschaft und anhaltendem Preisdruck setze die Nachfrageschwäche der Branche zu, sagte der Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern, Helmut Hubert, am Mittwoch in München. Zum Jahreswechsel seien die Auftragseingänge erneut stark zurückgegangen.

"Bereits dieser sehr schlechte Jahresanfang dämpft die Hoffnungen auf eine Erholung der Branche in diesem Jahr." Das Bauhauptgewerbe müsse nach einem Abbau von rund 10 000 Jobs 2004 voraussichtlich weitere Stellen streichen.<BR><BR>Bei einer Umfrage beurteilten die meisten Firmen im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe ihre derzeitige Geschäftslage als unverändert oder schlechter. Auch die Urteile zur Umsatz- und Ertragssituation der vergangenen sechs Monate fielen demnach überwiegend mäßig bis schlecht aus. Schuld daran sei auch ein teils ruinöser Preisdruck, sagte Hubert. Die Mehrzahl der Unternehmen im Bauhauptgewerbe hätten in den vergangenen Monaten einen weiteren Rückgang der Baupreise verkraften müssen. Die Zahl der Pleiten werde sich in diesem Jahr voraussichtlich leicht abschwächen, es sei aber von einer weiteren Marktbereinigung auch durch Betriebsaufgaben auszugehen.<BR><BR>Um gegenzusteuern, forderte Hubert auch mit Blick auf die Konkurrenz durch Ich-AGs und Ein-Euro-Jobs eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten. "Die so genannte Liberalisierung des Handwerksrechts hat keinen einzigen neuen Arbeitsplatz geschaffen, sondern den Wettbewerb verzerrt." Allein die Zahl der Betriebe, die als Fliesenleger bei den bayerischen Handwerkskammern eingetragen seien, habe sich im vergangenen Jahr auf mehr als 2000 verdoppelt. Die öffentlichen Auftraggeber sollten zudem ihr Investitionsverhalten verbessern und stärker als bisher Möglichkeiten privat finanzierter Betreibermodelle für Hoch- und Straßenbauprojekte nutzen.

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