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Ein frischgezapftes Bier.

Bayerns Brauerpräsident: Höhere Bierpreise? "Nicht vorstellbar"

München - Mit dem Oktober beginnt für die Brauer traditionell das neue Geschäftsjahr. Bayerns Brauerpräsident Michael Weiß zieht Bilanz und spricht über Bier in Krisenzeiten und seine Hoffnung auf Steuersenkungen.

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Mit dem Oktober beginnt für die Brauer traditionell das neue Geschäftsjahr. Zurückzuführen ist das auf das Mittelalter. Solange es keine künstliche Kühlung gab, durfte nur in der kalten Jahreszeit von Michaeli (29. September) bis Georgi (23. April) gebraut werden. So begann das Wirtschaftsjahr der Brauer Anfang Oktober mit der Lieferung des frisch geernteten Hopfens und Braugetreides. Und es endete, wenn im September das letzte Fass des stärker eingebrauten – und dadurch länger haltbaren – Bieres aus dem Felsenkeller gerollt wurde. Bayerns Brauerpräsident Michael Weiß zieht eine Bilanz und spricht über Bier in Krisenzeiten und seine Hoffnung auf Steuersenkungen.

-Auch Bier ist konjunkturabhängig. Wie stark hat sich die Wirtschaftskrise auf das Geschäft der Brauer niedergeschlagen?

Es war bei uns nicht annähernd so schlimm wie in anderen Branchen, etwa der Automobilindustrie. Wir haben vor allem im Frühjahr eine ausgesprochen unerfreuliche Absatzentwicklung erlebt. Da hatten wir in der Branche ein Minus gegenüber dem Vorjahr von etwa sechs Prozent. Ich denke, dass das tatsächlich auf eine Verunsicherung der Menschen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführen ist. In den folgenden Monaten hat sich die Lage dann etwas entspannt.

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-Dazu dürfte auch das gute Wetter im Spätsommer beigetragen haben.

Ja, die vergangenen acht Wochen waren ganz ordentlich. Da haben wir ein bisschen aufholen können. Noch liegen die genauen Zahlen nicht vor. Insgesamt werden wir in diesem Brauwirtschaftsjahr wohl ein Minus haben, aber kein dramatisches. Nachdem uns lange Zeit der Export gestützt hat, erleben wir jetzt, dass auch der Binnenkonsum eine ganz wichtige Rolle spielt. Hier hat uns auch geholfen, dass das verfügbare Einkommen vieler Menschen durch sinkende Preise etwa für Energie eher gestiegen ist.

-Durch die niedrigeren Energiepreise lässt auch der Kostendruck für die Brauer nach.

Wir rechnen mit sinkenden Energiekosten, aber das wird sich aufgrund der Laufzeiten der Verträge wohl erst im kommenden Jahr auswirken. Bei den Rohstoffen ist es ähnlich. Ich mache zurzeit die Augen zu, wenn ich unsere Malzrechnungen abzeichne. Wir haben in diesem Jahr die höchsten Kosten, die es je gab. Aber die Kontrakte, die wir für nächstes Jahr abschließen werden, pendeln sich etwa auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts ein.

Wir hatten heuer eine äußerst angespannte Ertragssituation bei den Brauereien. Preiserhöhungen konnten kaum am Markt durchgesetzt werden, obwohl die Kosten sehr hoch waren. Das nächste Jahr wird zu einer gewissen Entspannung führen. Aber richtig Freude kommt da nicht auf. Trotzdem kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in der Breite zu einer Erhöhung der Bierpreise kommt. Denn der Wettbewerbsdruck wird bleiben.

-Eine Entlastung könnte eine Senkung der Biersteuer insbesondere für kleine und mittelständische Betriebe bieten. Die bayerische Staatsregierung hat dazu im Wahlkampf eine Initiative gestartet. Glauben Sie, dass dies nun wirklich umgesetzt wird?

Ich hoffe, dass die Regierung das aufgreift. Es geht darum, auf das Biersteuer-Niveau zurückzukommen, das wir bis 2003 jahrzehntelang hatten. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind Garanten für Wertschöpfung in der Region, für Ausbildungsplätze und eine werteorientierte, nachhaltige Betriebsführung. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn das gewürdigt würde. Eine Zeit lang standen große Unternehmen wie Schaeffler und Arcandor im Fokus. Aber wenn man es sich genau ansieht, sind gerade in der Krise die mittelständischen Unternehmen die Stützen.

Interview: Dominik Müller

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