Bayerns Firmen glauben an den Aufschwung

- München - Bayerns Unternehmer glauben wieder an den Aufschwung. Das geht aus der Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) hervor. Ungewiss sei allerdings, ob auf die Stimmungsaufhellung tatsächlich ein Aufschwung folge. Das Zünglein an der Waage sei neben dem Eurokurs die Lage auf dem Arbeitsmarkt - und hier ist laut BIHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Dörfler keine Besserung in Sicht. Daher sei die Gefahr einer "Scheinblüte" noch nicht gebannt.

<P>Ein erster Schritt in die richtige Richtung sind laut Dörfler die verbesserten Erwartungen der Unternehmen für das kommende halbe Jahr. Über 2800 Firmen aus der Industrie, dem Groß- und Einzelhandel sowie der Bauwirtschaft hat der DIHK befragt, immerhin ein Fünftel der Unternehmen rechneten mit einer Verbesserung des Geschäftsverlaufs - gegenüber 13 Prozent im Sommer. Lediglich 14 Prozent seien pessimistisch (Sommer: 18 Prozent). Damit stiegen die Erwartungen zum zweiten Mal in Folge.</P><P>Düster ist nach wie vor die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Hier rechnet Dörfler frühestens im Jahresverlauf 2004 mit einer Erholung. Zurzeit verzeichne man lediglich statistische Bereinigungen. Fast ein Drittel der bayerischen Unternehmen (31 Prozent), plant Mitarbeiter zu entlassen. Einstellen wollen nur 7 Prozent. Gründe hierfür sind laut Dörfler "der Reformstau in Deutschland", eine zu kurze Jahresarbeitszeit sowie zu hohe Lohnnebenkosten.</P><P>Die Stimmung bei oberbayerischen Firmen ist laut Dörfler etwas besser als im Landesdurchschnitt, noch zuversichtlicher sind die Unternehmer in der Landeshauptstadt. Vor allem in den Bereichen Dienstleistung und Einzelhandel stehe München "signifikant besser" da. Nicht nur landesweit sei die Isarmetropole Spitze, sondern auch "im Vergleich mit anderen Großstädten wie Hamburg und Berlin". Dörfler ist daher zuversichtlich, dass München zur "Lokomotive für den Aufschwung" in Bayern werden kann.</P><P>Auch wenn Dienstleistung und Handel in der Landeshauptstadt frohlocken: Bayerns Industrie erhofft sich nicht viel vom Inland. Fast die Hälfte (45 Prozent) rechnet laut dem DIHK mit sinkenden Inlandsaufträgen. Ihre Hoffnungen richten sich daher auf den Export. Immerhin 29 Prozent (Sommer: 28 Prozent) rechnen mit steigenden Auslandsorders. Dörfler hofft hier auf die EU-Osterweiterung im Juni 2004. Die neuen Märkte könnten den USA den Rang als Exportziel Nummer eins ablaufen. Unterm Strich ist die Stimmung in der Industrie zum vierten Mal in Folge gestiegen. Bei den Investitionen halten sich die Firmen laut Dörfler nach wie vor zurück. Die für einen dauerhaften Aufschwung notwendigen Erweiterungsmaßnahmen zeichneten sich nicht ab.<BR></P>

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