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Am Bau geht es bergauf. Dank staatlicher Hilfe laufen hier die Geschäfte gut – zumindest bis Ende 2010.

Bayerns Handwerker sind optimistisch

München - Die Konjunktur zieht wieder an und damit auch das Geschäft der bayerischen Handwerksbetriebe. Doch noch immer ist die Stimmung besser als die Lage.

Entfesselte Euphorie sieht anders aus, drückende Depression aber auch - Bayerns oberster Handwerker, Heinrich Traublinger, ordnet die Lage der bayerischen Handwerksbetriebe irgendwo zwischen mittelgut und mittelschlecht ein. „Allzu berauschend läuft es nicht", sagte er gestern bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturentwicklung in München. „Aber die Stimmung ist gut - quer durch alle Branchen." So erwarten 77 Prozent der Betriebe in München und Oberbayern in den kommenden Monaten „gute" oder „befriedigende" Geschäfte und 69 Prozent waren mit dem Verlauf des ersten Quartals zufrieden.

Es gibt was zu tun - die Auslastung steigt. „Zwar nur marginal", wie der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Traublinger, bei einem Plus von 0,1 Prozentpunkten anmerkte. „Aber erstmals seit Ausbruch der Krise galt das auch wieder für unsere Industriezulieferer."

Bis die Anlagen branchenübergreifend wieder voll ausgelastet seien, werde allerdings noch viel Zeit vergehen. „Derzeit stehen Aufträge für fünf Wochen in den Büchern", sagte Traublinger, „vor der Krise waren Bestände von sieben Wochen üblich." Besonders hart traf es die Kfz-Branche, deren Kernaufgaben Reparatur und Wartung kaum mehr gefragt seien, erklärte der BHT-Präsident. Als Grund nannte Traublinger die im vergangenen Jahr vom Staat gezahlte Abwrackprämie, aufgrund derer es nun sehr viel weniger gebrauchte, wartungsanfälligere Fahrzeuge gebe. In den Autowerkstätten sei die Auftragsreichweite auf nur noch zwei Wochen geschrumpft.

Das gibt wenig Planungssicherheit und damit kaum Spielraum für Neueinstellungen. „Der Arbeitsmarkt im Handwerk profitiert so gut wie gar nicht vom einsetzenden Aufschwung", sagte Traublinger. Insgesamt planen nur elf Prozent der Unternehmen Beschäftigung aufzubauen. Lediglich das Bauhauptgewerbe dürfte in größerer Zahl Fachkräfte einstellen.

Hier macht sich staatliche Hilfe bemerkbar. Das Baugewerbe profitiert weiterhin vom Konjunkturpaket II, das den Straßenbau und die energetische Gebäudesanierung fördert. Darüberhinaus werden wieder mehr Eigenheime errichtet: Die Zahl der Baugenehmigungen stieg 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Allerdings müsse man dabei bedenken, dass diese Zahl nach dem Wegfall der Eigenheimzulage 2006 um rund 40 Prozent eingestürzt sei, relativierte Traublinger den nun zu verzeichnenden Anstieg. Auch erinnerte er daran, dass die staatlichen Subventionen für den Bau Ende des Jahres auslaufen.

Insgesamt beschäftigten die knapp 73 000 oberbayerischen Handwerksbetriebe Ende März 2010 rund 280 000 Menschen - 1,5 Prozent weniger als binnen Jahresfrist. Ihr Umsatz im ersten Vierteljahr belief sich nach ersten Schätzungen auf rund 5,8 Milliarden Euro - zwei Prozent weniger als vor einem Jahr.

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