Bayerns Industrie geht es schlecht, aber besser

- München - Bayerns Industrie geht es schlecht, aber besser als der gesamtdeutschen Wirtschaft. Schuld an der Misere seien die lahmende Konjunktur und die Strukturschwäche Deutschlands, für den relativen Vorteil sorge die regionale Wirtschaftspolitik - das ist laut Wirtschaftsminister Otto Wiesheu die Quintessenz des bayerischen Industrieberichts.

<P>"Der Trend ist überall der Gleiche", meint Wiesheu zur Schrumpfung des Industriesektors und der Abwanderung der Produktion in Billiglohn- und Niedrigsteuerländer. In Bayern wurden im 1. Halbjahr rund zwei Prozent der Stellen abgebaut. Gegenmittel sei hier nicht die Subventionierung veralteter Industriezweige wie etwa Kohle, sondern Investition in Forschung und Entwicklung: Nur innovative Produkte sicherten langfristig Beschäftigung. Der Freistaat hat das laut Wiesheu schon lange erkannt, demgegenüber sei die Strukturpolitik auf Bundesebene "allmählich ein Witz".</P><P>Bayern verfügt nach Ansicht des Ministers bundesweit über die besten Startvoraussetzungen, sollte die Konjunktur wieder anspringen. Schließlich habe der Freistaat im Gegensatz zur Bundesregierung schon lange die Wichtigkeit von Innovationen erkannt.</P><P>Strukturvorteile sieht auch Ifo-Volkswirt Gernot Nerb: "Wenn der Aufschwung kommt, dann wächst Bayern überproportional." Bis er aber da ist, muss der Freistaat weiter mitleiden, meint Wiesheu, denn: "Konjunkturpolitische Fehler des Bundes kann man durch eine gezielte Strukturpolitik auf Landesebene nicht wettmachen."</P><P>Eine Abwanderung von Firmen zum südlichen Nachbarn befürchtet Wiesheu auf Grund des technologischen Vorsprungs Bayerns nicht: "Österreich ist in diesem Zusammenhang irrelevant", sagte der Minister. Die Ansiedlungsoffensive des Landes sei eine Mogelpackung: "Viel heiße Luft, wenig Substanz."</P>

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