Bayerns Mittelständler zieht es nach Tschechien

- Nürnberg - Der Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union hat das Interesse bayerischer Unternehmen am Nachbarland neu entfacht. Vor allem kleinere Mittelständler zeigten sich an einer Ansiedlung interessiert, sagte Dieter Mankowski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der deutsch-tschechischen Industrie- und Handelskammer. Die Zahl der Anfragen bei der Kammer sei seit dem 1. Mai, dem offiziellen Beitrittsdatum, deutlich gestiegen. "Diese Welle haben wir nicht erwartet."

<P>Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Verlagerung von Arbeitsplätzen, sondern eher um den Aufbau zusätzlicher Standorte. Die niedrigeren Arbeitskosten in Tschechien ermöglichten es den Firmen durch eine Mischkalkulation, ihre Wettbewerbsfähigkeit insgesamt zu erhöhen und dadurch auch die Arbeitsplätze in Deutschland zu halten. Chancen auf dem tschechischen Markt gibt es nach Angaben Mankowskis in Wachstumsbranchen wie Bauwirtschaft, Umweltschutz, Autoindustrie sowie bei Dienstleistungen, etwa Call Centern. Eine günstige Arbeitsgesetzgebung, lange Maschinenlaufzeiten und relativ niedrige Löhne machten eine Ansiedlung attraktiv.</P><P>Auf Schwierigkeiten müssten sich Unternehmer dagegen im Umgang mit Justiz und Verwaltung einstellen. "Der Anpassungsprozess an die EU ist bei weitem noch nicht vollendet", sagte er. Korruption spiele eine große Rolle und ziehe sich quer durch alle Gesellschaftsschichten. Auch in der Rechtsprechung liege noch vieles im Argen. Es gebe keine klare Linie, Gerichtsverfahren zögen sich oft lange hin. Vielen Richtern fehle die Erfahrung, zudem sei die Justiz schlecht ausgestattet.</P>

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