Bayerns Mittelstand nicht in WM-Laune

- München/Nürnberg (dpa) - Der bayerische Mittelstand schätzt die Konjunkturaussichten für die kommenden Monate zurückhaltend ein. Nur knapp jedes dritte Unternehmen erwarte eine Verbesserung der konjunkturellen Lage in den kommenden Monaten, ergab eine Befragung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Insgesamt 69 Prozent der Befragten gehen dagegen davon aus, dass sich die konjunkturelle Lage nicht verändert oder verschlechtert.

Damit sind die Firmen deutlich skeptischer als der Bundesdurchschnitt, wo etwa die Hälfte der Unternehmen auf einen anhaltenden Aufschwung vertraut. Die Beratungsfirma hatte 3000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt, davon etwa 300 aus dem Freistaat. Unterm Strich fiel das gesamtdeutsche Fazit der Erhebung positiv aus: "Noch im letzten Jahr glaubte kaum ein Mittelständler an einen nachhaltigen Aufschwung - nun scheint er da zu sein."

Die befragten Bayern beurteilten allerdings auch ihre aktuelle Geschäftslage deutlich vorsichtiger als Firmen in den meisten anderen Bundesländern. Nur elf Prozent sprachen von einer guten Geschäftslage. Als "eher schlecht" beurteilten 25 Prozent der befragten Mittelständler im Freistaat ihre derzeitige Situation. Bei den Geschäftsaussichten für die kommenden Monate rangieren die bayerischen Firmen im Mittelfeld. 40 Prozent der Befragten hoffen auf bessere Geschäfte, die übrigen 60 Prozent gehen davon aus, dass ihre Lage in den kommenden Monaten gleich bleiben oder sich verschlechtern wird.

Besser als im Bundesdurchschnitt schätzen die Unternehmen dagegen die regionalen Rahmenbedingungen ein. 30 Prozent der Firmen bezeichneten diese Bedingungen als gut, im Schnitt der Bundesländer waren es lediglich 22 Prozent. Damit liegen Bayerns Mittelständler bundesweit auf Platz drei hinter Spitzenreiter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz als Nummer zwei. Für die Infrastruktur erteilten die Unternehmen dem Freistaat die zweitbesten Noten, beim Thema Bildungspolitik liegt Bayern auf Platz vier. Die bundesweite Standortpolitik der Bundesregierung sehen die Bayern dagegen überwiegend kritisch.

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