Bayerns Mittelstand pflegt beste Kontakte zu Osteuropa

- München - Angesichts der Erweiterung der Europäischen Union hat der bayerische Mittelstand gegenüber anderen Bundesländern einen klaren Startvorteil. 40 % der Mittelständler im Freistaat sind bereits in Osteuropa tätig, ergab eine Befragung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Damit liegt Bayern an der Spitze. Im Bundesdurchschnitt machen 28 % der mittelständischen Betriebe bereits Geschäfte mit den Beitrittsländern. Schlusslicht ist das Saarland mit 18 %.

<P>Angesichts der guten Startvoraussetzungen setzen die bayerischen Mittelständler auch große Hoffnungen auf die EU-Erweiterung. 53 % der Betriebe sehen die Vergrößerung der Gemeinschaft als Chance. Nur jedes fünfte Unternehmen wertet die Erweiterung als Gefahr. Positiver gestimmt sind nur die Unternehmen in Berlin, wo 63 % zu den Optimisten zählen. Im Bundesschnitt sind es 44 %. Die Beratungsfirma hatte 1600 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt. Dem Mittelstands-Barometer zufolge machen sich die Firmen nur wenig Hoffnung auf einen Aufschwung. In Bayern erwarten 29 % der Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage in den kommenden Monaten. Dies sind zwar mehr als im Bundesdurchschnitt (24 %); 60 % der Betriebe im Freistaat stellen sich aber auf Stagnation ein, 11 % erwarten eine weitere Verschlechterung.</P><P>Ihre aktuelle Lage bewerten 34 % der Mittelständler im Freistaat als gut. Unter allen Bundesländern kommt der Freistaat damit auf den fünften Platz. Bundesweit betrachten 24 % der Firmen ihre Lage als gut. Mit den regionalen Rahmenbedingungen im Freistaat sind die bayerischen Unternehmen etwas zufriedener als Betriebe in anderen deutschen Ländern. Nur die regionale Förderpolitik bekam vergleichsweise schlechte Noten. </P><P>Über eine schlechte Geschäftslage klagen insbesondere Unternehmen in Ostdeutschland. Kritik üben die Mittelständler an den Lohnkosten und der Standortpolitik. Positive Erwartungen an die erweiterte EU hegen fast ausschließlich international bereits tätige Firmen. "Besonders Unternehmen, die schon international tätig sind, sehen Chancen für ihr Geschäft", sagte Mittelstandsexperte Peter Englisch. "Diese Unternehmen schätzen auch ihre eigenen Zukunftsaussichten besser ein als Mittelständler ohne internationale Erfahrung." Sie wollen die neuen EU-Länder vornehmlich als Absatzmarkt, aber auch für Produktionsverlagerungen nutzen. Besonders Polen, aber auch Tschechien würden als Investitionsstandort favorisiert. Als Geheimtipp gelten die baltischen Staaten.</P>

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