Bayerns Unternehmen wollen neue Arbeitsplätze schaffen

Umfrage: - München/Nürnberg - In Bayern geht es wieder aufwärts. Die Wirtschaft im Freistaat zeigt sich optimistisch, die Zahl der Arbeitslosen sinkt und für das laufende Jahr gehen viele Firmen davon aus, noch mehr Stellen schaffen zu können. Doch es gibt Ausnahmen. Und der Ausgang der derzeit laufenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie könnte den Wirtschaftsmotor wieder ins Stottern bringen, warnt Randolf Rodenstock, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).

Dementsprechend zeigte sich Rodenstock bei der Präsentation der aktuellen Stimmungsumfrage unter den bayerischen Wirtschaftsverbänden etwas verhalten. Doch auch er sprach rückblickend von einem "erfreulichen" Geschäftsjahr 2006, das ein äußerst dynamisches Wirtschaftswachstum brachte. "Die für mich beste Nachricht ist, dass die Unternehmen glauben, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen zu können", sagte Rodenstock. Grundsätzlich seien viele Firmen zu Neueinstellungen bereit. In der aktuellen Konjunkturumfrage der vbw gaben 40 Prozent der Mitgliedsverbände an, dass sie eine Zunahme der Beschäftigung erwarten. In 28 Prozent der Branchen wird ein Stellenverlust erwartet. "Das ist zwar immer noch ein recht gemischtes Bild, aber der Saldo ist erstmals seit 2003 positiv", so Rodenstock.

Vergleichsweise schlecht sieht es zum Beispiel in der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie aus. Hier sank die Zahl der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt um 4,2 Prozent und 2007 steht ein weiterer Rückgang an. Dagegen vermeldet Bayerns Bauindustrie ein Spitzenergebnis für 2006: Erstmals seit 1994 nahm die Beschäftigung am Bau im Jahresvergleich zu, und zwar um ein Prozent. Die Umsätze stiegen um 11,7 Prozent auf über 10 Millionen Euro, verkündete der Vorsitzende des Bayerischen Bauindustrieverbandes, Thomas Bauer, auf der gestrigen Mitgliederversammlung.

130 000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr

Insgesamt gesehen gab es in Bayern vergangenes Jahr einen positiven Trend. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um 1,1 Prozent - doppelt so viel wie in ganz Deutschland. Dieser Aufwind scheint sich im neuen Jahr fortzusetzen. So ist die Zahl der Arbeitslosen laut vorläufiger Berechnung des bayerischen Arbeitsministeriums im März um etwa 20 000 auf rund 407 000 gesunken. Das sind knapp 130 000 weniger als noch vor einem Jahr. "Der Frühling kündigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt kraftvoll und mit Riesenschritten an", betonte Arbeitsministerin Christa Stewens. Sie geht davon aus, dass sich die starke Konjunktur kontinuierlich fortsetzt und so positiv auf die Entwicklung des Stellenmarktes wirkt. Bereits im April könnte die Marke von 400 000 Arbeitslosen deutlich unterschritten werden.

Dafür ist laut Rodenstock aber ein moderater Traifabschluss in der Metallindustrie notwendig. Bei den Gespärchen in Augsburg werden die Arbeitgeber heute voraussichtlich ein Angebot vorlegen, das der Offerte in Baden-Württemberg entspricht. Dort haben die Arbeitgeber ein Lohnplus von 3,0 Prozent vorgeschlagen. Die IG Metall hatte das Angebot zurückgewiesen und fordert weiter 6,5 Prozent mehr Geld.

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