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Vor allem die Baubranche geht mit viel Optimismus ins neue Jahr.

Branchenausblick 2013

Bayerns Wirtschaft erwartet ein stabiles Jahr

München - Die Eurokrise ist an der bayerischen Wirtschaft nicht spurlos vorbeigegangen. Ist die Talsohle jetzt durchschritten? Die Prognosen für das neue Jahr fallen unterschiedlich aus.

Die meisten Branchen blicken optimistisch in die Zukunft – auch wenn keine großen Sprünge zu erwarten sind. Hier die Einschätzungen.

Handwerk

Die Handwerksbetriebe in München und Oberbayern starten vergleichsweise zuversichtlich ins neue Jahr. Das ergab eine Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben. 33 Prozent der Befragten erwarten demnach 2013 steigende Umsätze, 50 Prozent rechnen mit gleich bleibenden Umsätzen. Die Zahl der Beschäftigten dürfte stabil bleiben. „Die erste Jahreshälfte 2013 dürfte schwierig werden“, prognostiziert Heinrich Traublinger, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern. „Wegen der schwächelnden Investitionsnachfrage der Gesamtwirtschaft erwarten wir eine negative Umsatzentwicklung“, so Traublinger. Im Handwerk bedeute das vor allem Druck für die Industriezulieferer, die Kfz-Branche und den Gewerbebau. „Das zweite Halbjahr dürfte dann wegen des starken Wohnungsbaus und der robusten Konsumnachfrage deutlich besser laufen.“ Eine große Herausforderung für das Handwerk bleibt laut Traublinger 2013 der Fachkräftemangel.

Metall und Elektro

Gedämpft ist die Stimmung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie mit ihren knapp 770 000 Beschäftigten. Der Geschäftsklimaindex für die Branche ist zum Jahresende erneut gesunken. „Auf ein schwaches Jahr 2012 wird ein schwaches Jahr 2013 folgen“, sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Metallarbeitgeberverbände. Die Branche bekomme das gedämpfte Wachstum der Weltwirtschaft, die Rezession im Euroraum und die schwache Nachfrage nach Investitionsgütern zu spüren. Fast ein Viertel der Unternehmen beschäftigt sich mit dem Thema Kurzarbeit. Die negativen Aussichten gehen vor allem auf die Einschätzung im Fahrzeugbau zurück. Im Maschinenbau, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen und in der Elektronikindustrie ist der Lagesaldo noch positiv.

Das bestätigt Peter Thelen, Geschäftsführer der bayerischen Landesstelle des Elektro-Branchenverbands ZVEI. Die Bayerische Elektroindustrie rechne zwar mit keinen großen Sprüngen, sei aber optimistisch. „Mit zwei Prozent Wachstum wären wir zufrieden“, sagt Thelen. Die Zahl der Mitarbeiter in der bayerischen Elektroindustrie liegt bei rund 205 000. Während für die Branche in ganz Deutschland die Bedeutung der europäischen Märkte abnimmt, ist die bayerische Elektroindustrie hier verwurzelt. „Nur ein Drittel unserer Exporte gehen in den Rest der Welt“, sagt Thelen.

Einzelhandel

Die Eurokrise, die steigenden Energiekosten und der wachsende Online-Handel machen Bernd Ohlmann, dem Sprecher des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels, Sorgen. Dennoch geht er für 2013 von einem leichten Wachstum von ein bis zwei Prozent aus. „Ich rechne mit einem stabilen und robusten Jahr“, so Ohlmann. 2012 machte die Branche rund 67,5 Milliarden Euro Umsatz. Im bayerischen Einzelhandel arbeiten etwa 335 000 Beschäftigte in rund 60 000 Betrieben.

Baubranche

Das bayerische Baugewerbe bleibt zumindest für das erste Halbjahr optimistisch. Nach Daten der jüngsten Umfrage der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern erwarten 43 Prozent der Betriebe gute und 54 zumindest zufriedenstellende Geschäfte. Damit liegen die Erwartungen auf einem ähnlich hohen Niveau wie vor einem Jahr.

Chemische Industrie

Während die deutsche Chemieindustrie nach einem schwachen Jahr 2012 auf Besserung hofft, sind die mittelständisch geprägten bayerischen Chemieunternehmen nach Aussage von Franz-Xaver Völkl, Geschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände, noch optimistischer. Zwar seien viele Firmen durch die Euro-Krise verunsichert. Dennoch seien sie dabei, ihr Auslandsgeschäft auszubauen. Nach Völkls Einschätzung „ein gutes Zeichen“.

Manuela Dollinger und Martin Prem

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