Bayern fürchtet um die Stromversorgung

München - Die Energiewende geht nur schleppend voran. Jetzt befürchtet Bayerns Wirtschaft, dass es zu Engpässen bei der Stromversorgung in Bayern kommen könnte.

Auch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sieht die Sicherheit der Stromversorgung in Bayern in ernster Gefahr, wenn die Energiewende keine Fortschritte macht.

Zeil: "Es ist allerhöchste Eisenbahn"

„Es ist allerhöchste Eisenbahn“, sagte Zeil am Dienstag in München. „Die Gefahr ist da.“ Nach Zeils Einschätzung sind bisher weiter keine Ersatzkapazitäten für die Atomkraftwerke in Sicht, die in den nächsten Jahren abgeschaltet werden sollen. Er warf der Bundesregierung vor, dass beim Thema Versorgungssicherheit wesentliche Entscheidungen fehlten.

„Wir dürfen uns nicht verleiten lassen von den Beruhigungspillen, die vom Bund teilweise verteilt werden“, sagte Zeil. Es sei keine Zeit mehr für langatmige Diskussionen. Obwohl erst 2015 das nächste Atomkraftwerk vom Netz genommen werden solle, sei die Situation jetzt schon teilweise angespannt.

"Die Energiewende hinkt"

„Das Stromsystem ist schon heute instabil, die Strompreisentwicklung zeigt steil nach oben und ab 2016 ist die Versorgung in Bayern akut gefährdet“, warnte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, am Dienstag in München. Er stellte eine Studie zum Stand der Energiewende vor. „Kurz gesagt: Die Energiewende hinkt. Der notwendige Bau von Ersatzkapazitäten, Leitungen und Speichern kommt nicht voran. Die Kostenspirale dreht sich weiter“, sagte Brossardt.

dpa

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