Bayerns Wirtschaft geht ohne Euphorie ins neue Jahr

- München - Nach einer leichten Erholung 2004 geht Bayerns Wirtschaft ohne Euphorie ins neue Jahr. "Es gibt keine Anzeichen, dass es stark aufwärts gehen könnte", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu. Wegen der allgemeinen Verunsicherung springe der private Konsum nicht an, auch die Firmen seien mit Expansionsinvestitionen weiter zurückhaltend. "Der Export kann aber nicht auf Dauer unsere Investitionen in der notwendigen Breite stimulieren."

In Bayern werde die Situation aber 2005 erneut besser sein als in vielen anderen Bundesländern.<BR><BR>Im abgelaufenen Jahr ist Bayerns Wirtschaft nach einer ersten Schätzung Wiesheus um etwa 2,0 Prozent gewachsen. Damit dürfte sich die Wirtschaft im Freistaat wieder an der Spitze im Ländervergleich bewegen und spürbar über dem Bundesdurchschnitt liegen. Zurückzuführen ist dies nach Einschätzung Wiesheus auf die gute Entwicklung in einzelnen Branchen. "Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und zum Beispiel auch die Ernährungswirtschaft laufen zum Glück gut." Dabei profitiere der Freistaat auch davon, dass hier besonders erfolgreiche Konzerne angesiedelt seien. So konnten sich auch 2004 zum Beispiel Siemens, Audi und BMW gegen die schwache Binnennachfrage stemmen.<BR><BR>Weniger zufrieden zeigt sich die bayerische Wirtschaft. "Das Jahr 2004 hat bei weitem nicht das gebracht, was man Anfang des Jahres erwartet hatte", sagt der neue Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt. Wenn der starke Euro im kommenden Jahr auch noch den Export ausbremse, könne es schlecht aussehen für die Betriebe. Denn noch immer sei die Investitionstätigkeit nicht in Gang gekommen, und zudem gefährdeten die hohen Rohstoffpreise die Konjunktur. "Mehr als 1,2 Prozent Wachstum in Deutschland ist wohl nicht drin." Auch Brossardt rechnet aber damit, dass es in Bayern etwas besser läuft.

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