Bayerns Wirtschaft kämpft gegen Fachkräftemangel

München - "Staatliche Maßnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels sind gut, sie müssen aber durch das Eigenengagement der Wirtschaft unterstützt werden", sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, am Dienstag in München.

Mit Projekten wie der Initiative "Erfahrung sichern und Nachwuchs bilden" wolle man den Unternehmen die Suche nach qualifiziertem Personal erleichtern, aber auch einer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Allein in den Bereichen Werkzeugmacher, Installateure, Elektriker und in Teilbereichen der Metallbearbeitung stünden derzeit im Freistaat 9 000 offenen Stellen nur 6 000 Arbeitssuchende gegenüber, sagte Brossardt. "Gleichzeitig gibt es in Bayern ein Potenzial von rund 100 000 Arbeitslosen mit zum Teil geringeren Qualifikationen, die aber über industrielle Erfahrung verfügen." Dieses Potenzial gelte es zu nutzen.

 Helfen soll dabei unter anderem das Projekt "Potenziale", bei dem arbeitslose, branchenfremde Arbeitskräfte und Ungelernte über eine Teilqualifizierung fit gemacht werden sollen für Arbeitsplätze unterhalb der Facharbeiterebene. "Wir wollen in den nächsten zwei Jahren 5 000 Menschen teilqualifizieren", sagte Brossardt. Die Schulung kostet die Unternehmen nichts. Die Teilqualifizierung soll zunächst für Betriebe der IT-, Metall- und Elektrobranche angeboten werden. Später sollen weitere Branchen folgen.

 Zudem will die Wirtschaft mit weiteren Initiativen unter anderem die Abbrecher-Quoten in Ingenieurs-Studiengängen verringern und arbeitssuchende Ingenieure zum Beispiel in Bewerbertrainings coachen. Im nächsten Jahr soll zudem ein Projekt für arbeitslose Ingenieure über 50 Jahre aufgelegt werden. (dpa)

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