Bayerns Wirtschaft: "Neue Aufbruchstimmung"

- München - Nach einem eher flauen Jahr 2005 macht sich in Bayerns Wirtschaft weiter Zuversicht breit. "Es ist eine neue Aufbruchstimmung spürbar", sagte der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber in München. Der CSU-Politiker rechnet nicht nur mit mehr Wachstum im Freistaat, sondern auch mit zusätzlichen Jobs und daher einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Ich gehe davon aus, dass der positive Beschäftigungstrend, der sich bereits Ende 2005 abgezeichnet hat, weiter an Kraft gewinnt", sagte Huber.

Grund zur Hoffnung gibt seiner Ansicht nach die weiterhin starke bayerische Exportindustrie, die sich im letzten Quartal 2005 deutlich mehr Auslandsaufträge sichern konnte als im Vorjahr. Der Minister hofft, dass dies der Investitionslust der Unternehmen im Inland weiter auf die Sprünge hilft. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits: So zeichnet sich etwa in der seit Jahren dahin siechende Baubranche eine Belebung der Geschäfte ab. Einen weiteren Anschub erwartet Huber im laufenden Jahr zudem durch die Fußball-WM.

"Die Perspektiven sind insgesamt günstig", fasste der Minister seine Erwartungen zusammen. Huber warnte aber auch vor außenwirtschaftlichen Risiken wie der schwächelnden US-Konjunktur sowie steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, die den Aufschwung bremsen könnten. Zudem mahnte er mit Blick auf die Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst sowie der Metall- und Elektroindustrie die Arbeitnehmer zur Mäßigung. "Schwere und lange Arbeitskämpfe können in der nach wie vor labilen konjunkturellen Situation die positive Stimmung schnell wieder abwürgen", sagte Huber. Die Sicherung von Beschäftigung müsse Vorrang vor der Einkommenssteigerung haben.

Unterm Strich hält der Wirtschaftsminister ein Wachstum des bayerischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von zwei Prozent und mehr im Jahr 2006 für möglich. Das wäre deutlich mehr als 2005, als der Wert aller erstellten Waren und Dienstleistungen nur um 1,2 Prozent zulegte, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag bekannt gab. Damit schnitt Bayern im Wachstumsvergleich mit den anderen Bundesländern zwar nach wie vor überdurchschnittlich ab. Der Freistaat fiel aber in der BIP-Statistik hinter dem Saarland, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg auf Rang fünf zurück. Im Vorjahr hatte Bayern mit einem Plus von 2,8 Prozent noch den zweiten Platz belegt.

"Das man nicht jedes Jahr die Nummer Eins sein kann, ist klar", sagte Erwin Huber. Bayern bliebe aber im Langfristvergleich der letzten zehn Jahre klarer Wachstums-Spitzenreiter in Deutschland.

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