Starke Konjunktur

Bayerns Wirtschaft trotzt allen Krisen

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Trotz zahlreicher politischer Unsicherheiten ist die Stimmung in Bayerns Betrieben so gut wie lange nicht mehr. Viele Unternehmen wollen investieren, ihre Produktion ausweiten und mehr Personal einstellen.

München – Der Konflikt mit Russland, die Lage in Syrien und der Türkei, Donald Trump, der Brexit und Europa insgesamt: Die Liste der politischen Unsicherheiten sei derzeit lang, sagt Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Dennoch blicken Bayerns Betriebe so optimistisch in die Zukunft wie seit Jahren nicht mehr. „Viele Unternehmen wollen investieren, ihre Produktion ausweiten und mehr Personal einstellen“, erläutert Gaffal. Die optimistischen Erwartungen seien angesichts der großen politischen Unsicherheiten überraschend. Basis für das Stimmungsbild ist der sogenannte vbw-Index, den der Arbeitgeberverband zwei Mal im Jahr ermittelt. Der Index stieg im Vergleich zum Herbst 2016 um sieben auf 139 Punkte. Das ist laut Verband der höchste Wert seit 2008.

In den vbw-Index fließen unterschiedliche Daten ein, darunter etwa des Statistischen Landesamtes sowie des Konjunkturtests Bayern des Münchner ifo-Instituts.

Drei Gründe für das Stimmungshoch

Zu erklären sei das Stimmungshoch mit der Wettbewerbsfähigkeit von Standort, Unternehmen und Produkten, erklärt Gaffal. Die bayerische Wirtschaft habe ein gutes Jahr hinter sich. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Freistaat um 2,1 Prozent – und damit stärker als im Bundesschnitt (1,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 3,5 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt (6,1 Prozent). Und sie sinkt weiter. Mittlerweile herrscht im Freistaat in den meisten Landkreisen Vollbeschäftigung, von der man bei einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent spricht.

Für eine weiter gute Entwicklung sprächen zudem die steigende Kaufkraft und die niedrigen Zinsen, so Gaffal. „Beides gibt sowohl dem Konsum als auch dem Bau positive Impulse.“ Außerdem stütze die zunehmende weltwirtschaftliche Erholung die Exporttätigkeit der Firmen. Entsprechend seien die Auftragsbücher voll. Für das laufende Jahr rechnet die vbw mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,8 Prozent in Bayern und 1,5 Prozent in Deutschland.

Alfred Gaffal

Von der Bundesregierung in Berlin – wie auch immer diese ab Herbst aussehen werde – forderte Gaffal eine wirtschaftsfreundliche Politik. Keinesfalls dürfe die Agenda 2010 zurückgedreht werden, stattdessen müsse sich die künftige Regierung „die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts auf die Fahne schreiben“. In puncto Lohnpolitik, Arbeitszeit, Lohnzusatz- und Energiekosten müssten die Entscheider tätig werden. „Zumal die Pläne im Vereinigten Königreich oder in den USA, die Unternehmenssteuer spürbar zu senken, den internationalen Steuerwettbewerb befeuern werden.“ Die Rahmenbedingungen für Investitionen und Wertschöpfung müssten verbessert werden.

Wie sich die bayerischen Arbeitgeber diese Rahmenbedingungen genau vorstellen, will die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft pünktlich zum Wahlkampf-Auftakt im Rahmen eines eigenen Regierungsprogramms vorlegen.

Rubriklistenbild: © dpa

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