Bayerns Wirtschaft wächst nicht mehr so schnell

München - Die Eurokrise kommt in Bayern an. Auch die triste Weltkonjunktur bremst die Wirtschaft im Freistaat im ersten Halbjahr spürbar ab. Im zweiten Halbjahr dürfte es noch langsamer gehen.

Die Wirtschaft in Bayern hat im ersten Halbjahr deutlich an Schwung verloren. Preisbereinigt legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Freistaat zwischen Januar und Juni um 1,1 Prozent zu, wie das Landesamt für Statistik am Montag in München mitteilte. „Die Zeiten des starken Wachstums sind vorerst vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt. Auch andere Daten zeigen, dass die Folgen der Eurokrise und der trüben Weltkonjunktur auch in Bayern inzwischen deutlich zu spüren sind. Die Aussichten sind durchwachsen.

„Wir gehen davon aus, dass das zweite Halbjahr schlechter laufen wird als das erste Halbjahr“, sagte Brossardt. In der ersten Hälfte 2011 hatte die bayerische Wirtschaft noch um 3,9 Prozent zugelegt, im gesamten Vorjahr lag das Plus bei 2,7 Prozent. Nach dem ersten Halbjahr liegt Bayern damit weiter im Mittelfeld der Bundesländer, das BIP im Nachbarland Baden-Württemberg wuchs um 1,6 Prozent. Spitzenreiter war Berlin mit plus 1,8 Prozent, Schlusslicher sind Sachsen-Anhalt und Thüringen mit je 0,1 Prozent.

Ebenfalls am Montag meldete das Münchner ifo-Institut den fünften Rückgang in Folge für den ifo Index. Die Stimmung in den Unternehmen verschlechtert sich zunehmend, Sparprogramme bei Siemens, Daimler oder RWE unterstreichen die sich eintrübende Lage. Brossardt sieht als Grund vor allem die Unsicherheit angesichts der Eurokrise. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sieht die heimische Konjunktur noch intakt. „Allerdings geht die Eurokrise auch an der robusten bayerischen Wirtschaft nicht spurlos vorüber“, erklärte er in München.

Zeil rechnet mit einer stabilen Entwicklung und erwartet weiter ein Wirtschaftswachstum von rund 1 Prozent für das gesamte Jahr. Bayern habe durch „ein fulminantes Wachstum 2010 schneller als alle anderen Flächenstaaten die Rezession von 2009 überwunden“. „Der Freistaat ist jetzt wieder auf einen stabilen, langfristigen Wachstumskurs eingeschwenkt.“

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dpa

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