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Wismut-Kristalle reflektieren das Licht in bunten Farben. Rohstoffe sind begehrt, aber sie werden knapp und immer teurer. Das gilt für Erdöl und Gas, Zink oder seltene Erden.

"Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt"

Bayerns Wirtschaft warnt vor Rohstoffengpässen

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München – Die bayerische Wirtschaft warnt vor Engpässen in der Rohstoffversorgung. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), weist auf die begrenzten Ressourcen hin.

Bertram Brossardt.

„Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt, gleichzeitig nimmt der Bedarf an Rohstoffen weltweit zu“, sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) unserer Zeitung. Die Lage habe sich in den vergangenen Jahren eindeutig verschlechtert. Dabei sind Bayerns Betriebe in hohem Maß von Rohstoff-Importen abhängig. Nicht nur Öl, Gas und Kohle müssen zu einem großen Teil im Ausland eingekauft werden. Auch Metalle und Mineralien werden zu fast 100 Prozent importiert. „Ein Versorgungsengpass kann hier ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen und enormen Schaden verursachen“, warnt Brossardt.

Insgesamt steigt der Bedarf an Rohstoffen weltweit – befeuert von der Nachfrage aus den Schwellenländern, vor allem aus China. Neben Preisschwankungen fürchtet die bayerische Wirtschaft vor allem Lieferengpässe. „Wir erleben in vielen Staaten einen Zuwachs protektionistischer Maßnahmen“, sagt Brossardt. Derartige Tendenzen müssten unterbunden werden, fordert der vbw-Chef. Hinzu komme eine politische Destabilisierung vieler Staaten, die Investitionen in diesen Ländern erschweren oder unmöglich machen, zum Beispiel in Russland oder vielen Ländern des afrikanischen Kontinents.

Als Beispiel nennt Brossardt den Kongo und den Rohstoff Kobalt. Kobalt wird für hitze- und korrosionsfeste Stahl-Legierungen, für die Herstellung von Batterien und in der Radiologie gebraucht. Maschinen- und Fahrzeugbau, aber auch die Medizintechnik in Bayern sind davon abhängig. Rund 50 Prozent der weltweiten Kobaltvorkommen liegen allerdings im Kongo. Bürgerkrieg, mangelhafte Infrastruktur und fehlende Sicherheitsstrukturen machen eine verlässliche Förderung derzeit äußerst schwierig.

In einer aktuellen Studie der vbw, die unserer Zeitung vorliegt, wurde untersucht, wie kritisch die Verfügbarkeit von 45 Rohstoffen ist, die für die bayerische Wirtschaft wichtig sind. Ein Rohstoff-Risiko-Index teilt die Metalle und Mineralien in drei Gefahrenklassen ein. Berücksichtigt wird dabei unter anderem die Preisentwicklung, die Situation in den Herkunftsländern und die Bedeutung für Zukunftstechnologien. In der roten Gruppe, die sehr risikobehaftet ist, befinden sich neben Kobalt 15 weitere Rohstoffe, in der orangenen sind 16 Rohstoffe aufgelistet. Die 13 Metalle und Mineralien in der grünen Gruppe sind bei der Frage des Versorgungsrisikos von eher geringer Bedeutung.

Kritisch ist die Lage vor allem bei zehn Rohstoffen, die für die bayerische Wirtschaft besonders wichtig sind: Die Seltenen Erden Yttrium und Neodym stecken unter anderem in Magneten und Leuchtstoffen. Wolfram, ein sehr hartes Metall, findet sich in Schneidewerkzeugen der Industrie. Die Platinmetalle Platin, Palladium und Rhodium werden bei der Herstellung von Kfz-Katalysatoren und in der Elektroindustrie gebraucht. Zinn und Indium finden im Bereich der Optik Anwendung – zum Beispiel bei der Herstellung von LCDs. Indium steckt wie auch Germanium und Gallium in Solarzellen. Molybdän wird im Flugzeug- und Raketenbau verwendet.

Die „Rohstoffsituation der bayerischen Wirtschaft“ wurde zuletzt 2009 von der vbw erhoben. Im Rückblick zeigt sich: Chrom, Cadmium und Baryt werden heute zwar als weniger gefährdet eingestuft. Das Versorgungsrisiko bei Zirkon und Magnesium hat sich dagegen erhöht. „Wir können uns nicht mehr wie in der Vergangenheit darauf verlassen, dass sämtliche Rohstoffe für die komplexen Wertschöpfungsketten unserer Industrie in ausreichender Menge und zu guten Konditionen zur Verfügung stehen“, sagt Brossardt. Es sei Aufgabe der Politik, Rohstoffmärkte weiter zu erschließen und offen zu halten. „Zudem muss die Grundlagenforschung zum effizienten Rohstoffeinsatz gefördert und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zukunftsfeste Recyclingkonzepte entwickelt werden.“

Manuela Dollinger

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