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Die Region Bayreuth will dem massiven Stellabbau bei British American Tobacco (BAT) ein millionenschweres Innovationsprogramm entgegensetzen.

950 Stellen fallen weg

Bayreuth will mit Investitionen auf Jobabbau bei BAT reagieren

Bayreuth - Die Region Bayreuth scheint gut vorbereitet auf den Stellenabbau beim Tabakkonzern BAT. Schon am Tag nach Bekanntgabe der Pläne legen Stadt, Wirtschaftskammern und Universität ein Strukturprogramm vor. Darin auch enthalten: oberfränkische Leckereien.

Die Region Bayreuth will dem massiven Stellabbau bei British American Tobacco (BAT) ein millionenschweres Innovationsprogramm entgegensetzen, um die Wirtschaftskraft zu sichern. Wirtschaft und Wissenschaft sollen stärker vernetzt, Gründer und Unternehmensnachfolger mehr unterstützt werden. Ein entsprechendes Strukturprogramm stellten die Stadt, Universität, Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer Oberfranken am Freitag vor. Auch über eine mögliche Nutzung des mehr als zehn Hektar großen Grundstücks der BAT soll mit dem Tabakkonzern gesprochen werden.

BAT hatte am Donnerstag mitgeteilt, in den kommenden zwei Jahren 950 von 1400 Stellen streichen zu wollen. Das Auftragsvolumen, das das Unternehmen an regionale Zulieferer vergibt, liegt laut der Mitteilung vom Freitag bei rund 40 Millionen Euro, die Kaufkraft der Mitarbeiter bei 47 Millionen Euro.

Das Strukturprogramm sieht allein 25 Millionen Euro Investitionen für Fachkräftegewinnung und Qualifizierung vor. Weitere Millionenbeträge sollen zum Beispiel in den Ausbau der Digitalisierung wie der Breitbandnetze und in die Förderung von Start-ups gesteckt werden. Im Bereich Verkehr setzt das Konzept auf den zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung der Bahnstrecke von Bayreuth nach Schnabelwaid, um Unternehmen über die „Franken-Sachsen-Magistrale“ Nürnberg-Marktredwitz an den überregionalen Fernverkehr anzubinden.

Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) teilte nach einem Gespräch mit der Führung und dem Betriebsrat von BAT mit, der Freistaat stehe mit Mitteln aus dem Arbeitsmarktfonds und dem Europäischen Sozialfonds bereit. Sie verwies aber auch auf die Verantwortung des Konzerns, möglichst viele Stellen zu erhalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. „BAT hat die Einrichtung einer Transfergesellschaft in Aussicht gestellt“, sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) laut Mitteilung.

Das Strukturprogramm soll auch bestehende Arbeitsplätze halten: In Oberfranken seien etwa 100.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe tätig, heißt es in dem Papier. „Es ist davon auszugehen, dass in Oberfranken derzeit 2000 bis 3000 Unternehmen zur Übernahme anstehen und ein großer Anteil davon akut übergabereif ist.“ Über ein Drittel der Unternehmen habe Probleme, geeignete Nachfolger zu finden. Die Universität soll einen Plan erarbeiten, um dem entgegenwirken zu können. Zudem sei es wichtig, vermehrt Standortmarketing zu betreiben und Touristen in die „Genussregion Oberfranken“ zu locken - mittels regionaler Lebensmittel.

dpa

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