BayWa-Chefwechsel: "A bisserl was geht immer"

München - Wolfgang Deml hätte seinen Abgang bei der BayWa gerne klein gespielt. Weil er sich nicht gerne beweihräuchern lassen will, und weil er es gewohnt ist, auf die Kosten zu achten.

Aber der 63-Jährige durfte nicht mitreden bei der Organisation, was vielleicht gar nicht so schlecht war: "Ich hätte nur alles rationalisiert", sagte der scheidende Vorstandschef lächelnd.

Rund 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden hatte der Vorsitzende des BayWa-Aufsichtsrates, Manfred Nüssel, am Montagnachmittag in das Hotel Bayerischer Hof in München geladen, um seinen Mitstreiter und Freund in den Ruhestand zu verabschiedenen.

Zwei Jahrzehnte saß der Oberpfälzer im Vorstand des Mischkonzerns, 17 Jahre davon als dessen Wortführer. In dieser Zeit hat sich die BayWa zu einem Handels- und Dienstleistungskonzern gewandelt, der weit über die bayerischen Grenzen hinaus aktiv ist. Der Umsatz verdoppelte sich auf über sieben Milliarden Euro, der Aktienkurs schoss seit 2004 von zehn auf über 40 Euro.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (beide CSU) zollten Deml Respekt für seine Arbeit. Glos bezeichnete die BayWa als bayerisches "Flaggschiff-Unternehmen". Nüssel sagte: "Wolfgang Deml ist eine Unternehmerpersönlichkeit bester Prägung."

Der Gelobte schob die Erfolge vor allem der Belegschaft in die Schuhe. "Ohne Mitarbeiter ist eine Firma gar nichts", sagte Deml. Dass er für die immer ein offenes Ohr gehabt hatte, bestätigte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Ernst Kauer. Er bescheinigte dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Fairness, Ehrlichkeit, Korrektheit - und Strenge. "Mit Larifari konnte man ihm nicht kommen", sagte Arbeitnehmervertreter Kauer.

Mit viel Vorschuss-Lob tritt am heutigen Dienstag Nachfolger Klaus Josef Lutz seine Arbeit an. Er sei genau der richtige für die BayWa, sagte Nüssel. Der frühere Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags hat nun die "anspruchsvolle Aufgabe" (Beckstein), die BayWa weiterzuentwickeln - und sieht sich dazu auch im Stande: "A bisserl was geht immer noch", sagte der angehende Konzern-Chef, der bereits für 9 Uhr die erste Vorstandssitzung angesetzt hat. Lutz: "Sie können sich darauf verlassen, dass es bei der BayWa im Demlschen Sinn weitergeht." 

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