Er sitzt in U-Haft: Audi-Chef Stadler festgenommen

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Klaus Josef Lutzist seit 2008 Chef der BayWa.

Umsatzsteigerung um 50 Prozent

BayWa setzt Wachstumskurs im Ausland fort

München – Klaus Josef Lutz ist bester Dinge. Seine Strategie scheint aufzugehen. Seit der Münchner vor sechs Jahren das Ruder bei Europas größtem Agrarhändler BayWa übernommen hat, jagt ein Rekord den nächsten.

Zuletzt ist der Umsatz der BayWa um gut 50 Prozent auf 16 Milliarden Euro gestiegen – der Gewinn vor Steuern legte um 37 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

„Die aggressive Expansionspolitik zahlt sich aus“, sagt Lutz. Der Vorstandschef hat die BayWa in den vergangenen Jahren regelrecht umgepflügt – und auf Wachstum ausgerichtet. Mehr als zehn Firmen aus dem Bereich erneuerbare Energien wurden gekauft, Bau- und Gartenmärkte verkauft. Mit der Übernahme des neuseeländischen Obsthändlers Turners & Growers stieg die BayWa groß in den internationalen Obsthandel ein. Der Zukauf der Getreidehändler Bonhorst und Cefetra in Rotterdam sorgte dafür, dass sich die Umschlagmenge bei Getreide und Ölsaaten verfünffachte. Und es stehen weitere Firmen auf Lutz Einkaufsliste – als nächstes der neuseeländische Apfelhändler Apollo, der auf die Apfelsorte „Breaburn“ spezialisiert ist. „Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss“, sagt Lutz.

Die vergangenen Jahre zeigen: Auch wenn die BayWa ihre Wurzeln in Bayern und ihren Hauptsitz in München hat – aufgestellt ist das Unternehmen mit Firmensitzen in 128 Ländern mittlerweile global. „Im Heimatmarkt gibt es wenig Wachstumsmöglichkeiten, da bleibt uns nicht viel anderes übrig“, sagt Lutz. Die Zahlen bestätigen seinen Kurs. 2013 erwirtschaftet die BayWa erstmals mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Seit Lutz an der Spitze des Konzerns steht, sind Umsatz, Ebit und Dividende stetig gestiegen. In diesem Jahr sollen 75 Cent je Aktie ausgeschüttet werden – zehn Cent mehr als 2013.

Lediglich eines der drei Geschäftsfelder, in denen die BayWa tätig ist, überschattet die Bilanz. Im Bereich „Bau“ lief es im vergangenen Jahr erneut nicht rund. Umsatz und Gewinn waren rückläufig. Allerdings wurden bereits Konsequenzen gezogen, um das Segment wieder auf Kurs zu bringen. Defizitäre Baustoffbetriebe werden verkauft. Gute Geschäfte machte die BayWa im Bereich „Agrar“, der den Handel mit Agrargütern, Obst und Technik zusammenfasst. Die Hintergründe: Gute Ernten, investitionsfreudige Landwirte und die Zukäufe, die mittlerweile Früchte tragen. Im Segment „Energie“ entwickelte sich das Geschäft mit erneuerbaren Energien positiv. Die BayWa ist hier im Projektgeschäft tätig, die Münchner bauen und verkaufen Wind- und Solaranalgen. Schwerpunkte dabei seien die USA, Großbritannien und Frankreich, erläutert Lutz. In Deutschland gebe es nach wie vor keine verlässlichen Rahmenbedingungen.

Die Krim-Krise hat bisher keine negativen Auswirkungen auf das Getreidegeschäft der BayWa. Solange die Häfen geöffnet seien, gebe es keine Risiken, so Lutz. Die BayWa verdient aufgrund der Krise sogar besser als erwartet. „Wir profitieren von der sogenannten Putin-Prämie“, sagt Lutz. Händler nennen so den Auftrieb bei den Getreidepreisen, der gerade stattfindet. Hintergrund ist die Sorge vor verzögerten Lieferungen aus der Ukraine, die zu den Schwergewichten im weltweiten Getreidehandel zählt.

manuela dollinger

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