BDI: Kein Aufschwung durch Machtwechsel

- Berlin - Der mögliche Regierungswechsel im Herbst verleitet die Industrie noch nicht zu Konjunkturoptimismus. "Trotz der bevorstehenden Neuwahl bleiben die Aufschwung-Hoffnungen auf dünnem Fundament", erklärte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Jürgen Thumann. Nach dem neuen Konjunktur- und Außenwirtschaftsreport des BDI findet Deutschland nicht aus dem Stagnationskorridor heraus.

Insgesamt gäben die weiteren konjunkturellen Perspektiven wenig Grund zum Jubeln, sagte Thumann: "Wir können froh sein, wenn wir in diesem Jahr ein Wachstum von einem Prozent erreichen." Allerdings sieht der Verband im nächsten Jahr durchaus Chancen für ein Anziehen der Konjunktur. Dazu trage auch die Entscheidung zur Neuwahl des Bundestages bei. "Es besteht die Hoffnung, dass der Reformzug nach der lähmenden Diskussion der letzten Monate schnell wieder in Gang kommt", erklärte Thumann.

Entscheidend sei, dass eine neue Bundesregierung mit Mut, Kraft und Tempo die Schwächen des Landes ab- und seine Stärken ausbaue, sagte der BDI-Chef: "Wenn mehr Klarheit über den weiteren Reformkurs herrscht, kann sich auch das Konsumklima entspannen."

Zugleich warnte Thumann vor übertriebenen Erwartungen. Schnelle Impulse für den Verbrauch dürfte die vorgezogene Bundestagswahl nicht bringen: "Die hartnäckige Konsumschwäche wird so schnell nicht überwunden werden." Allerdings gebe es manchen Hoffnungsschimmer. Immerhin hätten die Inlandsbestellungen in der Konsumgüterindustrie zum achten Mal in Folge zugelegt.

Der Export wird nach Ansicht des Verbandes die wichtigste Säule der Konjunktur bleiben. Allerdings könne sich Deutschland "nicht aus seiner Wachstumsmisere herausexportieren", warnte Thumann. Vielmehr müssten die Grundlagen für mehr Wertschöpfung und Wachstum geschaffen werden. Die weltwirtschaftliche Entwicklung sei zwar nach wie vor gut, es fehle ihr aber die Kraft, um Deutschland allein über den Export nach oben zu ziehen.

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