Bedrohung aus dem Internet

- München - Internet-Kriminalität ist zur Bedrohung für Wachstum und Wohlstand geworden. Das weltweite Datennetz ist weit über die Computer-Branche hinaus Lebensader für zigtausende Unternehmen und Kommunikationsweg für Millionen. In München haben Microsoft-Präsident Bill Gates und Bundes-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement eine Offensive gegen den Missbrauch des Netzes eingeleitet. Mit weiteren Unterstützern starteten sie das Projekt "Deutschland sicher im Netz".

<P>Nahezu alle Unternehmen in Deutschland hängen am Netz. Und drei Viertel der Bundesbürger werden zum Ende dieses Jahres das Internet nutzen, wie Clement - Schirmherr der Initiative - sagte. Sie alle werden täglich millionenfach bedroht durch Betrüger, Verführer und Abzocker. "Dem rasanten Wachstum der Nutzungsraten steht ein ebenso großes Wachstum des Missbrauchs gegenüber", erklärte der Minister. Und das hat weitreichende Folgen. Die Leistung von 1,2 Millionen Arbeitstagen geht nach Clements Darstellung jedes Jahr in Deutschland verloren, weil die Informations-Technologie ausfällt - weit mehr als durch Streiks.<BR><BR>Zudem wird das direkt über das Internet abgewickelte Geschäft - sei es über Banken, Reisebüros oder Auktionshäuser - bedroht. Im vergangenen Jahr betrug das Volumen des Online-Handels in Deutschland über 200 Milliarden Euro - mehr als in jedem anderen Land Europas. Das rasante Wachstum dieses Sektors kann sich aber nur fortsetzen, wenn Schutz vor Kriminellen im Netz besteht. "Wenn Verbraucher kein Vertrauen darin haben, dass ihre Kreditkartendaten im Internet sicher sind, leidet der Online-Handel", stellte Henning Kagermann, Vorstandsvorsitzender des deutschen Software-Unternehmens SAP, fest, das zu den Unterstützern der Initiative zählt. "Sicherheit entsteht aber nur im Zusammenspiel mit den Menschen, die diese Technologie nutzen." Die Initiative will alle Internet-Nutzer - vom Privatanwender über mittelständische Unternehmen bis zu staatlichen Einrichtungen und Großkonzernen - für das Thema Sicherheit im Netz sensibilisieren. "Wir benötigen die Unterstützung der Regierungen und anderer Unternehmen", betonte Bill Gates. "Unser Ziel ist, dass das Computernetzwerk als genau so zuverlässig angesehen wird wie das Stromnetz oder die Wasserversorgung."<BR><BR>Deshalb verpflichteten sich die beteiligten Unternehmen und Organisationen - darunter der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Sparkassenverlag, das Kinderhilfswerk, Ebay und T-Online - zu sieben Handlungsversprechen. So sollen Testprogramme entwickelt und kostenlos verbreitet werden, die Nutzer auf Sicherheits-Mängel ihres Systems hinweisen. Für Mittelständler soll es ein eigenes Sicherheitspaket geben, das Tipps und Notfallpläne enthält. Für Kinder und Jugendliche soll ein Portal entstehen, das über Risiken des Datennetzes aufklärt. Ein Lernpaket soll über Sicherheit im Internet-Handel informieren.<BR><BR>Mehr über die Initiative: www.sicher-im-netz.de<BR></P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türprobleme bringen neue Verzögerung am Hauptstadtflughafen
Berlin (dpa) - Am neuen Hauptstadtflughafen drohen nach dpa-Informationen weitere Verzögerungen. Grund sind demnach unter anderem Probleme mit der Ansteuerung Hunderter …
Türprobleme bringen neue Verzögerung am Hauptstadtflughafen
Hendricks will Agrarsubventionen umverteilen
Die Landwirtschaft steckt in der Krise, findet Umweltministerin Barbara Hendricks - wirtschaftlich, aber auch was das Image anbelangt. Sie wünscht sich einen "neuen …
Hendricks will Agrarsubventionen umverteilen
Dax dreht nach May-Rede ins Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am frühen Nachmittag seiner Verluste wettgemacht und zuletzt 0,19 Prozent auf 11 576,73 Punkte gewonnen.
Dax dreht nach May-Rede ins Plus
Trumps Eigentor gegen BMW
Verlieren die Deutschen Autobauer ihren zweitwichtigsten Exportmarkt USA? Vielleicht. Doch vor allem hat Donald Trump mit seinem Rundumschlag gegen die deutsche …
Trumps Eigentor gegen BMW

Kommentare