Beerdigung von Angehörigen: Trotz Trauer auf die Preise achten

- Verscheiden Menschen, bleibt den nächsten Angehörigen zunächst kaum Zeit, zu trauern: Sie müssen die Verstorbenen bestatten lassen und dazu müssen sie nicht nur viel organisieren, sondern auch nicht selten um die 5000 Euro bezahlen. Aber die letzte Ruhe gibt es ebenso pietätvoll auch günstiger.

Unsere Zeitung zeigt, worauf es ankommt:

Bestatter

Je nachdem ob es ein schlichtes oder aufwändigeres Begräbnis sein soll, fallen beim Bestatter einige hundert bis mehrere tausend Euro an. Renate Nixdorf von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas rät, auf jeden Fall einen Kostenvoranschlag einzuholen. "Dafür ist in jedem Beratungsgespräch Zeit", sagt sie. Dabei sollten mehrere Angebote verglichen werden, denn wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat ("Test" 11/2004), weichen die Entgelte für dasselbe Begräbnis schon mal um bis zu 1000 Euro ab.

Sparen können die Angehörigen darüber hinaus, wenn sie Leistungen in Eigenregie übernehmen - was auch die eigene Trauerarbeit fördert:

Laut Gesetz dürfen sie beispielsweise die Kleidung für den Verstorbenen selber bereitstellen. Ferner ist es denkbar, den Sarg, der in Bayern vorgeschrieben ist, selber zu bemalen oder die Trauerhalle zu dekorieren. Des weiteren kann man die Einladung zur Trauerfeier selber verschicken.  Auch Formalitäten wie die Beantragung der Sterbeurkunde, Terminabsprachen mit der Friedhofsverwaltung und dem Pfarrer kann man selbst übernehmen.

Grab

Für ein Grab fallen zunächst Kosten für die Neuanlage an. Wird der Leichnam unter die Erde gebettet, wird zwischen Erdreihengrab und Erdwahlgrab unterschieden. Wird er verbrannt, gibt es analog Urnenreihengrab und Urnenwahlgrab. Der Unterschied: Bei Reihengräbern kann der Standort nicht gewählt werden. Zudem wird die Gedenkstätte nach Ablauf einer auf zehn bis 30 Jahren festgelegten Nutzungsdauer aufgelöst.

Aus diesem Grund kommen die Reihengräber nach Angaben der Stiftung Warentest mit 180 bis 750 Euro (Erde) und 50 bis 420 Euro (Urne) je nach Gemeinde deutlich günstiger. Für Wahlgräber werden 700 bis 2750 (Erde) und 250 bis 900 Euro (Urne) fällig.

Zusätzlich zu diesen Gebühren müssen allerdings auch die Pflegekosten des Grabs einkalkuliert werden, die jährlich bis zu 300 Euro betragen können. Die können sich Angehörige mit Zeit und gärtnerischem Geschick allerdings sparen.

Grabstein

Ein Grabmal aus Stein kostet etwa 400 bis 4000 Euro. Für die Inschrift - je nachdem ob eingraviert oder aufgesetzt - schlägt pro Buchstabe mit weiteren acht bis 30 Euro zu Buche. Hinzu kommt die Grabeinfassung, die zwischen 300 und 2000 Euro kostet. Allerdings müssen Angehörige, nicht zwingend so tief in die Tasche greifen: Auch ein einfaches Holzkreuz, das üblicherweise nur bis zur Wahl des eigentlichen Grabsteins aufgestellt wird, ist erlaubt.

Alternativen

Immer gefragter sind alternative Bestattungsformen, die in der Regel wesentlich preiswerter sind als eine Erd- oder Feuerbeisetzung auf dem Friedhof - die aber nicht jedem gefallen. Häufig wird die anonyme Bestattung (ca. 1500 Euro) gewählt, bei der die Urnen auf einem Gemeinschaftsfeld beigesetzt werden. Eine andere Form ist das so genannte Friedwald-Konzept, das dem zunehmenden Bedürfnis nach naturnaher Bestattung nachkommt. Hier wird die Asche in dafür reservierten Waldstücken unter Bäumen beigesetzt (ca. 770 Euro). In Bayern gibt es bislang allerdings noch keine Friedwälder. Informationen erteilt Aeternitas ( 02244 / 9 25 37).

Wer zahlt überhaupt?

Das Gesetz macht klare Vorgaben: "Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers", lautet § 1968 im bürgerlichen Gesetzbuch. Ansonsten sind die Angehörigen in dieser Reihenfolge verpflichtet, die Kosten zu übernehmen: Ehegatte, Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern, Enkelkinder, sonstige Verwandte. Gibt es niemanden, springt das Sozialamt ein.

Mehr im Internet:

www.aeternitas.de

www.preiswert-bestattung.de

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