Begehrter Rohstoff Heizöl: Das sollten Sie darüber wissen

- Kaum etwas ist in den letzten Jahren so teuer geworden wie das Heizöl. Kostete vor zwei Jahren der Liter gerade mal 0,30 Euro, so muss man heute mehr als doppelt so viel bezahlen. Ein Verbrauch von 3000 Litern bedeutet für den Verbraucher jährliche Mehrkosten von über 900 Euro - Tendenz weiter steigend. Wir haben für Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Heizöl zusammengestellt.

Wie entsteht der Heizölpreis?

Heizöl wird an den Energie- und Rohstoffterminbörsen als eigene Ölsorte gehandelt. Die bekanntesten Börsen sind die nordamerikanische Nymex und die britische IPE. Gehandelt wird nach der Maßeinheit Gallone (3,8 Liter). Eine Gallone kostet derzeit 1,80 US-Dollar, das sind umgerechnet 1,50 Euro oder 0,39 Euro pro Liter. Die Einflussfaktoren auf den Preis sind weitgehend identisch mit denen, die auch den Rohölpreis bestimmen.

Preistreibend sind aktuell der Atomstreit mit dem Iran, Lieferkürzungen seitens der Opec und die Angst vor weiteren Anschlägen auf Öleinrichtungen in der Golfregion. Wie viel zahlt der Endverbraucher?

Schön wäre es natürlich, wenn auch der Endverbraucher nur 39 Cent pro Liter bezahlen müsste. Leider kommen zum Börsenpreis aber noch die Transportkosten, Lagerkosten, Steuern und der Händleraufschlag für Verkauf, Verwaltung und Gewinnmarge hinzu. Aktuell kostet ein Liter Heizöl den Konsumenten somit etwa 60 Cent.

Warum ist Heizöl in Hamburg billiger als in München?

Die regionalen Preisunterschiede beim Heizöl weichen stark voneinander ab. In Hamburg kostet ein Liter aktuell drei Cent oder fünf Prozent weniger als in Oberbayern. Das liegt vor allem an den höheren Transportkosten. Der Aufschlag kann steigen, wenn beispielsweise die Wasserstraßen von Nord nach Süd nicht oder nur schwer befahrbar sind. Dann kann es durchaus sein, dass Versorgungsengpässe den Aufschlag auf zehn Prozent steigen lassen.

Welche verschiedenen Sorten gibt es?

Standard ist das normale Heizöl EL nach DIN 51603-1 mit einem maximalen Schwefelgehalt von 0,2 Prozent. Premium-Heizöl kostet etwas mehr, aber es macht die Verbrennung sparsamer. Schwefelarmes Heizöl EL mit einem maximalen Schwefelgehalt von 50 mg/kg wurde speziell für Heizungen mit Brennwerttechnik entwickelt. Es enthält bis zu 40-mal weniger Schwefel als Standard-Heizöl.

Wann ist der günstigste Zeitpunkt, Heizöl zu bestellen?

Häufig geben die Notierungen etwas nach, wenn die Heizöl-Nachfrage zurückgeht. Eine Bestellung im Mai oder Juni kann deshalb günstiger sein als eine Order im Herbst oder Winter. Auch die regionalen Preisunterschiede können beim Kaufzeitpunkt eine Rolle spielen. Sollte der Aufschlag zu hoch sein, kann es besser sein, noch ein paar Tage zu warten.

Was sollte man bei der Bestellung beachten?

Die Ölbestellung sollte immer rechtzeitig geplant werden. Wenn der Tank bereits leer ist, fehlt die Flexibilität bei der Bestellung. Heizölpreise sind nicht nur wenig transparent, sie ändern sich auch mehrmals täglich. Bei der Bestellung sollte man sich deshalb mehrere Angebote einholen. Eine gute Messlatte ist auch der Heizölspiegel, den wir jeden Donnerstag auf dieser Seite veröffentlichen.

Achtung: Bei Preisanfragen werden häufig nur Nettopreise genannt. Fragen Sie deshalb explizit nach dem Preis inklusive der Mehrwertsteuer. Geben Sie sich nicht mit der erstgenannten Kondition zufrieden. In manchen Fällen lässt sich durch geschicktes Handeln der Preis etwas drücken.

Keine kleinen Mengen bestellen: Je mehr Öl Sie bestellen, umso billiger wird der Preis je Liter - unter 3000 Litern muss man mit Aufschlägen rechnen. Wer zusammen mit mehreren Nachbarn eine Großbestellung macht, kann so klug einen günstigeren Preis erzielen.

Wie kann man den Verbrauch verringern?

Durch cleveres Heizen kann man den Verbrauch verringern und die jährlichen Ausgaben für Heizöl deutlich senken. Bedarfsgerechtes Heizen, richtiges Lüften, gut isolierte Wände und eine effiziente Heizung sparen wertvolle Energie. Im Wohn- und Arbeitsbereich genügt in der Regel eine Raumtemperatur von 20 Grad. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Jedes Grad weniger senkt die Heizkosten um etwa sechs Prozent.

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