So beginnt der Urlaub richtig

- Die letzte Schulwoche in Bayern hat begonnen, für viele steht der Urlaub bevor. Allerdings drohen sowohl bei der Bahn als auch beim Ferienflieger LTU im August Streiks. Ob mit Auto, Zug oder Flugzeug - so starten Sie richtig in den Urlaub.

Die Reisewelle wird am Freitag beginnen. Auf Autobahnen, an Bahnhöfen und Flughäfen kommt es dann zum Urlauber-Ansturm. Wer einige Tipps berücksichtigt, kommt schneller ans Ziel - oder zumindest entspannter.

Auto

"Die günstigsten Reisetage sind Dienstag und Mittwoch", rät der ADAC. An Freitagen und Samstagen kommt es nach Erfahrung der Experten nicht nur zu deutlich mehr Staus, sondern auch zu mehr Unfällen. Gerade wer am Wochenende unterwegs ist, sollte "nach ausgiebigem Schlaf am frühen Morgen starten", rät der Autoclub. Keinesfalls sollte man unmittelbar nach der Arbeit aufbrechen.

Neben Ausweis, Führerschein und Fahrzeugschein sollten die Grüne Versicherungskarte (als Nachweis für eine bestehende Haftpflichtversicherung) und ein internationaler Unfallbericht eingepackt werden. Den Unfallbericht gibt es kostenlos bei Versicherungen oder Automobilclubs - auch zum Herunterladen aus dem Internet (zum Beispiel: www.adac.de). Er erleichtert die Unfallaufnahme im Ausland.

Auch Laien können mit einer kurzen Überprüfung des Autos vor Reiseantritt klassischen Pannen vorbeugen. Kontrolliert werden sollte der Füllstand von Kühlwasser, Motorenöl (bei Automatik-Fahrzeugen auch Getriebeöl), Scheibenwischerflüssigkeit und Batterie. Außerdem empfiehlt es sich, Hupe, Scheinwerfer und Scheibenwischer zu prüfen. Der Reifendruck sollte auf den Wert für volle Beladung erhöht werden. Die Angaben dazu finden sich an der Fahrertür-Innenseite oder in der Betriebsanleitung.

Zur Ausstattung sollte neben Warndreieck und Verbandskasten (Ablaufdatum beachten!) auch eine Warnweste zählen, die in vielen europäischen Urlaubsländern (unter anderem Österreich, Italien, Spanien, Kroatien) im Pannenfall Pflicht ist. Eine detailgenaue Straßenkarte erleichtert es, Staus auf Ausweichrouten zu umfahren.

Zug

Das beherrschende Thema für Zugfahrer ist der im August drohende Streik der Lokführer. Die Gewerkschaft GDL hat versichert, dass es bis 6. August keine Streiks gibt. Wie es danach aussieht, weiß bislang niemand.

Wer eine Bahnfahrt plant, aber noch keine Karte gekauft hat, sollte nicht die letztmögliche Fahrt eines Tages wählen, empfiehlt ein Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn. Denn bei Verzögerungen wegen Streiks könnte man beim Umsteigen ohne Anschlusszug am selben Tag dastehen.

Theoretisch könnte man auch bei der Buchung gezielt Tage meiden, für die Streiks angekündigt werden. Das Problem: Die Ankündigung von Streiks erfolgt laut GDL 24 Stunden vorher. Um günstige Karten zu ergattern, muss man aber laut Pro Bahn mindestens drei Tage vor Reiseantritt buchen - in der Ferienzeit meist noch früher.

Wer schon eine Karte hat, kann nur hoffen, dass es nicht zu Streiks kommt. Rein rechtlich hätten Fahrgäste bei Verzögerungen oder Zugausfällen wegen Streiks keinerlei Ansprüche gegenüber der Bahn, erklärt der Sprecher des Fahrgastverbandes. Allerdings würde sich das Unternehmen kulant zeigen, stellt ein Bahn-Sprecher in Aussicht. Das heißt: Fällt ein Zug aus, nimmt die Bahn die Karte zurück und erstattet das Geld oder der Passagier wird ohne Zusatzkosten auf einen anderen Zug (auch einen eigentlich teureren) umgebucht. Wer abends an einem Umsteige-Bahnhof landet, kann laut Pro Bahn auf eine Hotelübernachtung oder eine Taxifahrt bis zu einem Wert von 100 Euro hoffen.

Flugzeug

Ähnlich wie Bahnfahrern geht es Urlaubern, die mit der Charterfluggesellschaft LTU starten wollen. Auch hier läuft die Urabstimmung - in diesem Fall der Vereinigung Cockpit - bis 6. August. Was dann passiert, ist offen. Nach Angaben eines LTU-Sprechers würde man mögliche Flugausfälle oder Verspätungen wegen Streiks genauso behandeln wie bei anderen Anlässen: "Der Passagier hat ein Anrecht auf einen Ersatztransport - eventuell mit einer anderen Gesellschaft." Darüber hinaus kämen die EU-Regeln für die Ansprüche von Flugpassagieren zum Tragen.

Hierbei gilt: Wird ein Flug annulliert, haben Passagiere Anspruch auf finanziellen Ausgleich. Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern beträgt dieser 250 Euro, bis 3500 Kilometer 400 Euro, darüber 600 Euro. Bei größeren Verspätungen gibt es zwar keine finanzielle Entschädigung, aber Anspruch auf Betreuung - etwa in Form von Mahlzeiten, Erfrischungen oder auch einer Hotelübernachtung.

Unabhängig davon sollten Flugreisende in der Hochsaison zusätzlichen Zeit-Spielraum einplanen. "Gerade zu Beginn der Ferienzeit kann es zu Schlangen kommen", sagt ein Sprecher des Flughafens München. Grundsätzlich gelte: "Je weiter man fliegt, desto früher sollte man da sein." In der Regel wird empfohlen, etwa zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein.

Gerade für Familien und bei Verbindungen am frühen Morgen kann der Vorabend-Check-in eine Erleichterung sein. Bei den meisten Fluggesellschaften können Reisende am Abend vor ihrem Abflug einchecken und das Gepäck aufgeben. Das erspart lange Wartezeiten am Abreisetag.

Unangenehm kann für viele Reisende auch die in dieser Feriensaison erstmals gültige EU-Regelung für Flüssigkeiten im Handgepäck werden: Flüssigkeiten dürfen ausschließlich in Packungen mit einer Höchstfüllmenge von 100 Millilitern transportiert werden. Ausschlaggebend ist die auf der Packung aufgedruckte Menge. Darüber hinaus müssen alle Packungen in einem transparenten, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Fassungsvermögen befördert werden. Pro Person ist ein Beutel erlaubt. Dieser muss bei der Handgepäckkontrolle vorgezeigt werden.

Zu den Flüssigkeiten zählen Getränke, Sirup, Suppen und Parfüms, aber auch Gels, Pasten, Rasierschaum oder Sprays. Ausgenommen sind lediglich Medikamente und Spezialnahrung (z. B. Babynahrung), die während des Fluges aus medizinischen Gründen benötigt werden. Geeignete Beutel gibt es im Haushaltswarenhandel oder am Flughafen vor der Sicherheitskontrolle bzw. in angrenzenden Geschäften.

Weitere Infos zum Thema:

>>> Europäischer Unfallbericht

>>> Handgepäck-Regeln

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