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Manche wollen es bequem: Wer nicht verschlüsselt, kann unkompliziert von allen Geräten aus auf seine E-Mails zugreifen. Allerdings läuft man Gefahr, ausgespäht zu werden und unerwünschte Werbung zu bekommen. 

Test

Bei E-Mails auf Nummer sicher

Die Testsieger heißen Mailbox.org und Posteo: Diese E-Mail-Dienste schützen Kunden und elektronische Nachrichten am besten vor neugierigen Blicken anderer.

In Sekundenschnelle Nachrichten um die ganze Welt verschicken, das ist die Stärke der E-Mail. Sicherheitsbewusste Nutzer wählen zum Mailen einen Dienst, der viel Wert auf Privatsphäre legt und gute Sicherheits- und Verschlüsselungstechniken anbietet. Die gute Nachricht: Der Test von 15 E-Mail-Diensten zeigt, dass es solche Dienste durchaus gibt. Die schlechte Nachricht: Wer nichts zahlt, bekommt meist nur Mittelmaß. Im Test siegen Mailbox.org und Posteo. Die E-Mail-Dienste kosten einen Euro pro Monat. Nutzer müssen keine persönlichen Daten angeben und können sogar anonym bezahlen. Mailbox.org verschlüsselt auf Wunsch die Inhalte eingehender Mails. Posteo bietet darüber hinaus weitere Funktionen und verschlüsselt beispielsweise auch bereits gespeicherte Nachrichten.

Wer es bequem mag oder keine sensiblen Daten (etwa mit seinem Arzt) austauscht, der vertraut einfach auf die Transportverschlüsselung seines Anbieters. Das machen laut Stiftung Wartentest alle Anbieter im Test. Das hat den Vorteil, dass man vom Smartphone aus genauso unkompliziert auf seine Mails zugreifen kann wie vom Laptop eines Freundes oder vom öffentlichen Computer im Hotel. Unverschlüsselte Mails können jedoch relativ leicht eingesehen werden. Der Maildienst kann die Informationen – zum Beispiel über jüngst gebuchte Reisen – nutzen, um personalisierte Werbung zu schicken. Das tut zum Beispiel Google mit seinem E-Mail-Dienst Gmail.

Wer sicher gehen will, verschlüsselt selbst

215 Milliarden E-Mails verschicken Nutzer weltweit – am Tag! Doch nicht jeder fühlt sich wohl dabei, dass eventuell nicht nur die Empfänger eine Mail lesen können, sondern auch Geheimdienste oder der Mailanbieter selbst. Wer seine Mails vor Einblicken schützen will, verschlüsselt sie selbst „Ende-zu-Ende“. Das geht zum Beispiel mit dem PGP-Verfahren. Dank der Browsererweiterung Mailvelope für Firefox oder Chrome funktioniert das mittlerweile sogar im Webbrowser. Einige Anbieter binden das Werkzeug sogar gut in ihre Weboberfläche ein und machen es dem Nutzer dadurch besonders leicht.

 Aber nicht nur die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht das Mailen sicherer. Weitere Sicherheitsfunktionen, etwa eine Verschlüsselung auf dem Mailserver oder eine gut gesicherte Transportwegverschlüsselung tragen zur Sicherheit bei. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Besonders die kostenlosen bieten meist weniger Sicherheitsfunktionen an.

Kaum Probleme mit der Technik

Die meisten E-Mail-Dienste sind ausgereift. Sowohl bei den Mailfunktionen als auch – sofern vorhanden – beim angeschlossenen Cloudspeicher konnten die Warentester keine großen Probleme feststellen. Gleiches gilt für die Handhabung. Im Webbrowser, per Mailprogramm oder Anbieter-App: Die Maildienste ließen sich meist gut bedienen.

Unterschiede bei Speichergröße

Wer viel Wert auf einen großen Speicher für seine Mails oder sogar für Fotos, Videos oder andere Daten legt, wird fündig. Manche Anbieter bieten unbegrenzten Speicherplatz für die E-Mails an. Andere einen kostenlosen Cloudspeicher mit bis zu 15 Gigabyte.

Wer zahlt, bekommt sogar noch mehr. Große E-Mail-Anhänge zu verschicken, ist bei manchen ebenfalls möglich: Bis zu 100 Megabyte sind drin. Allerdings kommt es dabei auch immer darauf an, welche Größe auf Seiten des Empfängers noch möglich ist.

So geht man bei der Verschlüsselung vor

-Ende-zu-Ende-

 Verschlüsselung

Wer E-Mails vor neugierigen Einblicken schützen will, richtet mit seinem Kommunikationspartner eine „Ende-zu-Ende“-Verschlüsselung ein. Das geht im Chrome- oder Firefox-Browser mit der Erweiterung Mailvelope. Im Thunderbird-Mailprogramm mit der Erweiterung Enigmail. Beide Kommunikationspartner müssen den jeweils öffentlichen Teil ihres Schlüssels tauschen, um verschlüsselt miteinander mailen zu können.

-Serververschlüsselung  Manche Dienste bieten eine Verschlüsselung auf dem Server an. Das kann eine automatische Verschlüsselung aller eingehenden Mails sein, aber auch eine Verschlüsselung aller Daten die auf dem Server liegen. Dazu zählen dann auch Adressbuch oder Kalender und die Metadaten aller E-Mails, zum Beispiel Datum und Uhrzeit und die Adresse des Kommunikationspartners. Diese Verschlüsselung ist meist bei einfachem Knopfdruck in den Einstellungen aktiviert und viel einfacher nutzbar als die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

-Mit Mailfach umziehen

Einige Dienste bieten einen Umzugsservice an, um alle Mails des bisherigen Mailfaches zum neuen Konto zu übertragen. Nutzer teilen dem neuen Dienst dann die Zugangsdaten ihres alten Mailfaches mit und der übernimmt die Ordnerstruktur in das neue Mailfach. Wer einen Umzugsservice nutzt, sollte, nachdem der Umzug abgeschlossen ist, das Passwort des alten Mailfaches ändern, damit der Umzugsservice nicht weiter darauf zugreifen kann.

-Mehrere Adressen  Wer bei einem neuen E-Mail-Dienst regelmäßig auch Mails aus seinem bisherigen Postfach abrufen will, kann es auch per Sammeldienst einbinden. Der neue E-Mail-Anbieter ruft dann in regelmäßigen Abständen Mails vom alten Postfach ab.

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