"Bei Innovationen muss gepunktet werden"

- Schlechte Zahlen im zweiten Quartal, schlechte Aussichten für den Rest des Jahres - die Telekom hat ihre Aktionäre enttäuscht. Wir sprachen mit Thomas Friedrich, Analyst der HypoVereinsbank, über Konkurrenzkampf und Sparzwänge.

Die Telekom begründet ihre Gewinnwarnung mit dem harten Wettbewerbs-Druck. Was machen die Konkurrenten besser?

Thomas Friedrich: Die Wettbewerber haben zum Teil innovativere und vor allem billigere Angebote. Aber das kann man der Telekom nicht wirklich zum Vorwurf machen. Denn sie kann nicht einfach auf eine Billigpreis- Strategie gehen. Sonst würde sie bei ihren vielen Millionen Bestandskunden hohe Einbußen erleiden. Wichtig wäre, auf der anderen Seite zu punkten, nämlich bei der Innovation. Da macht die Telekom schon Schritte in die richtige Richtung, etwa bei der Übertragung der Fußball-Bundesliga über das Internet oder verschiedenen Anwendungen im Mobilfunk. Aber es müsste noch mehr kommen.

An der Innovation dürfte jetzt aber noch gespart werden. Telekom-Chef Ricke kündigte "Anpassungen bei den Investitionen" an... Friedrich: Diese Anpassungen müssen nicht zwingend auf Kosten von Innovationen gehen. Sie werden beim Festnetz und im Mobilfunk erfolgen.

Heißt das auch wieder Stellenabbau?

Friedrich: Die Telekom wird nach wie vor Personalabbau anstreben. Eine große Maßnahme wurde ja bereits angekündigt. Es könnte durchaus sein, dass die Maßnahmen noch ausgeweitet werden. Die Telekom hat versprochen, die Dividende konstant zu halten. Doch angesichts des drastischen Kurssturzes dürften viele Anleger beunruhigt sein.

Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Friedrich: Ich sehe derzeit keinen Grund, warum die Dividende nicht wie angekündigt stabil bleiben sollte. Wir beurteilen die T-Aktie unverändert mit "Neutral".

Das Gespräch führte Dominik Müller.

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