+
Der Schriftzug "Beiersdorf" vor der Unternehmenszentrale der Beiersdorf AG in Hamburg. Foto: Lukas Schulze

Starkes Umsatzwachstum

Beiersdorf sieht Chancen bei kleinen Marken

Die Weltmarke Nivea ist der Tanker, der den Beiersdorf-Konzern zieht. Aber kleine Beiboote können schneller und beweglicher sein. Sie haben kräftig zum jüngsten Wachstumsschub des Unternehmens beigetragen.

Hamburg (dpa) - Nach einem starken ersten Halbjahr hat der Nivea-Hersteller Beiersdorf seine Erwartungen für das Gesamtjahr heraufgesetzt.

"Die Grundlage dafür ist unser erfolgs- und zukunftsorientiertes Geschäftsmodell", sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich in Hamburg. Beiersdorf setze auf starke Marken, Innovationen, Effizienz und Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen.

Von Januar bis Juni steigerte Beiersdorf den Umsatz gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 7,7 Prozent. Wegen des starken Euro lag das Plus unter dem Strich aber nur noch bei 2,8 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Stärker erhöhte sich der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit), der um 4,3 Prozent auf 585 Millionen Euro kletterte. Für das gesamte Jahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzplus von 5 statt 4 Prozent, bei konstanten Gewinnen.

Die globale Marke Nivea, das Hauptprodukt des Konzerns, legte mit einem Wachstum von 3,5 Prozent nur halb so stark zu wie der Kosmetik-Bereich insgesamt. Wachstumstreiber waren die Marken der zweiten Reihe, zum Beispiel Eucerin. Vor allem die Schweizer Luxusmarke la Prairie, bei der ein kleiner Tiegel Hautpflege eine vierstellige Summe kosten kann, entwickelte sich mit einem Wachstum von mehr als 55 Prozent überaus stark. Die Marke ist beliebt in asiatischen Märkten, wo die Kundinnen für Kosmetikprodukte oft viel Geld ausgeben. Heidenreich will weitere Marken neu herausbringen oder positionieren, die zum Teil schon seit Jahren vom Markt verschwunden sind oder ein Nischendasein führen.

Von der Hitzewelle in Nordeuropa hat Beiersdorf weniger profitiert, als zu erwarten gewesen wäre. "Der Absatz im Bereich Sonnenschutz ist um 20 bis 30 Prozent gestiegen, bei Deo und Duschbädern haben wir noch keinen genauen Überblick", sagte Heidenreich. Es sei aber zu bedenken, dass in Südeuropa das Wetter bis Ende Juni nicht sonnig gewesen sei, was zum Beispiel in Spanien zu diesem Zeitpunkt zu Absatzrückgängen bis zu 30 Prozent geführt habe.

Heidenreich wies Gerüchte zurück, nach denen er sich mit Michael Herz, dem Vertreter des Mehrheitsaktionärs im Aufsichtsrat, überworfen haben soll und deshalb sein Vertrag spätestens zum Ende des kommenden Jahres auslaufe. Entsprechende Berichte seien Unsinn, er arbeite seit sieben Jahren hervorragend mit Herz zusammen. "Und das waren sehr erfolgreiche Jahre", sagte Heidenreich. Umsätze und Gewinne seien in jedem Jahr gestiegen, der Unternehmenswert habe sich mehr als verdoppelt. Darauf sei er stolz. Beiersdorf sei eines der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich der Hautpflege. Er habe sich entschieden, nach sieben Jahren anderen Dingen mehr Priorität zu geben.

Mitteilung Beiersdorf

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merkel will Diesel-Fahrverbote per Gesetz erschweren
Was die Politik versäumte, ordnete die Justiz an: In mehreren deutschen Großstädten sollen Sperrzonen für ältere Diesel-Modelle ausgewiesen werden. Kanzlerin Merkel will …
Merkel will Diesel-Fahrverbote per Gesetz erschweren
Fiat Chrysler verkauft Zulieferer Magneti Marelli
London (dpa) - Der Autobauer Fiat Chrysler will seine Zuliefertochter Magneti Marelli für 6,2 Milliarden Euro an den japanischen Rivalen Calsonic Kansei verkaufen.
Fiat Chrysler verkauft Zulieferer Magneti Marelli
Drogeriemarkt-Kette will hunderte neue Filialen eröffnen - scheitert aber an diesem Problem
Eine Drogeriemarkt-Kette sieht in Deutschland enormes Potenzial für Neueröffnungen - kommt aber dennoch mit seinen Expansionsplänen nicht so voran wie gewünscht.
Drogeriemarkt-Kette will hunderte neue Filialen eröffnen - scheitert aber an diesem Problem
„Salz in offene Kundenwunden“ - wegen diesem Post beschwert sich sogar Kaufland bei Aldi
Debatten im Netz eskalieren schnell. Aldi Süd hat nun auf Facebook eine Grundsatz-Diskussion losgetreten - sogar Kontrahent Kaufland mischte sich ein.
„Salz in offene Kundenwunden“ - wegen diesem Post beschwert sich sogar Kaufland bei Aldi

Kommentare